Des Albertus Kämpfe in d. Berufswahl, sein Eintritt in d. Predigerorden. 19
einem zu raschen, unbedachten Schritte abhalten. Bielleicht hatte eraber auch schon geträumt von des Albertus glänzender Laufbahn inder Welt und mochte so ungern seinen Hoffnungen entsagen, lind sowar eine Zeit des herbsten Seelenkämpfes sür den jungen Mann ge-kommen. Während der höhere Ruf und die Neigung des Herzens ihnzum Ordensstande hinzog, hielt die Vaterhaud des Verwandten, dener nicht betrüben wollte, ihn strenge zurück! Ja auch im Traumenahteu ihm Beängstigungen, es däuchte ihm, er würde dem Ordennur zur Schande und der Welt zum Aergcrniß gereichen ff. Sv ver-lebte er längere Zeit schwankenden Geistes über die Aussührung seinesEntschlusses. Jetzt fühlte er wie nie die Wahrheit jenes Ausspruchesdes Herrn: Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sonderndas Schwert! Er fühlte, wie das Schwert in seinem eigenen Herzenwühlte, da er cs nach Außen zu kehren nicht den Muth hatte. Daerbarmte sich der Herr seiner Bcdrängniß.
Albert besuchte einst wieder in großer Beklemmung des Gemüthesdie Kirche der Dominikaner. Eben war der große Schüler und Nach-folger des heiligen Dominikus, der gottselige Jordan ff, aus Bolognaangekommcn. Wenige Männer der Geschichte haben wohl die Gabeder Anziehung Andrer in solchem Maße besessen, wie er. Hohe per-sönliche Würde, Heiligkeit des Lebens, Glanz der Wissenschaft undWunderkraft wirkten zugleich in ihm. Er allein soll mehr als tausendJünglinge von den Hochschulen zu Bologna und Paris durch das Netzder Heilsprcdigt aus dem Meere der Welt gezogen nnd sür den nochjungen Orden der Prediger gewonnen haben ff. Biele derjenigen,die er also an sich gezogen, sind später durch Tugcndglanz undWissenschaft ausgezeichnete Leuchten der Kirche geworden, so derCardinal Hugo von St. Sabina (St. Caro), der treffliche Erklärerder hl. Schrift ff, sein Gefährte Humbert, der fünfte General des
1) Jammy.
2) Er war ein deutscher Adeliger, aus der Gegend von Paderborn, vom heil.Dominikus in Paris gewonnen, General des Ordens von 1221 — 1236. Sein Lebenschildert Thomas Cantipratanus im libor äo apibus mit Begeisterung. Die Bollan-disten geben seine Biographie am 13. Februar. Seine Berührung mit Dominikuserzählt Lacordaire. S. 236.
3) Wörtlich bei Rudolph. Sein Jagen nach Jünglingen und deren Liebe zuihm schildert Quetif im Lebe» des Jordanus a. a. O. Selbst wenn ein andrerLehrer die Predigt hielt bei den Studierenden, und Jordan war zugegen, gabendie Studenten nicht nach, bis auch Jordan einige Worte sprach.
4) Er trat i. I. 1225 in den Orden als Mann in reifern Jahren und ward
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