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Kapitel III.
bare Streit zwischen den die Freiheit der Kirche schützenden Päpstenund dem genialen, aber gewaltsamen Kaiser Friedrich II., der denjungen Adeligen seines Schwabenlandes sicher auf seine Bahnen fort-gezvgen hätte, das Fehlschlagen aller der großartigen Hoffnungen,die sich an stets erneute Krcnzzüge geknüpft hatten, mochten vor Allemin der Seele Albertus die Lust erstickt haben, in der Welt zu bleibenund ihren Bestrebungen sich anznschließen. Dazu eckelte ihn wohlauch an die sittliche Verkommenheit, die ihn umgab, das Wohllebenund der Luxus, der besonders durch das Bekanntwcrdcn mit demOriente und dessen Genüssen sich unsäglich gesteigert hatte. Dagegenmußten ihm die neuen Orden des heiligen Franziskus und Dominikus,dessen Mitglieder mir der Schnelligkeit der größten Eroberer bereitsfriedenspendcnd und ruhmvoll durch alle Länder des Abendlandeshinzogen, wie zwei neue Lebcnsbänmc erscheinen, die Gott selbst indas Paradies der Kirche gesetzt, »nd von deren Blättern die Volkerheil werden. Sollte er sich da nicht mit Freuden entschlossen haben,sich auch diesen himmlischen Pflanzungen cinzuverleiben, so selbst sichvor dem Verderben zu bewahren und auch die Mitmenschen von demJrrthnme und ans dem Dickicht der Sünde znrückznrufcn? Daß eraber dem Prcdigerordcn den Vorzug gab, werden wir begreiflich finden,wenn wir erwägen, wie dieser vor Allem durch das Schwert der Pre-digt, durch die Entfaltung des Paniers heiliger Wissenschaft die Weltdem Herrn wieder zu unterwerfen sich vorgcsctzt. Die Wissenschafthatte aber seit Langem Albcrts Seele eingenommen.
Er war also jetzt entschlossen, in den Orden einzutreten.Aber nicht so leicht konnte dieser Vorsatz ansgesührt werden, großeSchwierigkeiten waren zu besiegen. Der Oheim, dem er mit kindlicherLiebe zngcthan war und der nun, wie cs scheint, ganz Vaterstelle anihm vertratft, war über des Neffen Pläne keineswegs erfreut ft. Erverbot ihm den Umgang mit den Predigermönche» und nahm ihm dasVersprechen ab, vor Ablauf einer gewissen Zeit seinen Entschluß nichtanszuführen. Es scheint, der edle Herr wollte seinen Mündel vor
1) Von Alberts Eltern ist von nun an nirgends mehr die Rede. Wahrscheinlichwaren sie schon gestorben, was um so mehr für sich hat, als sie bei seiner Geburtschon bejahrt waren.
2) Rudolph, csp. II. Ausführlich schildert diese Scene Naderus: Ovstitiipraesens oognatus, c^ui aetatem illius ex inajorum auctoritats rexedat st rneliorajuvenis consilia intereipisliat. Bavaria saneta p. 283. Noch umständlicher dieVitae lratrum, welche Prussia und Quetif anführen im toin. I. p. 164.