und Abhandlungen häufig mit Sprüchen der alten Weisen, des Cicero '),Seneka, Virgil, Ovid und Juvenal durchwcbt. Ihre Lektüre muß alsowohl von Jugend ans ihm nahe gelegt worden scyn.
Wie lange Albertus in dieser Vorhalle des Tempels de: Wissen-schaft geweilt, welche Fortschritte sein Geist in Erkenntniß und Lebenschon im Heimathlande gemacht, wissen wir wieder nicht ajzugcben.Wir lesen nur, daß er in solcher Weise das Knabenalter zigcbracht,lernend, in frommen Hebungen und in heiliger Unschuld Z. WenigeWorte, aber genügend, um uns nochmal zu versichern, daß tiefe edleSeele frühzeitig auch sich hingewcndet zur Sonne der Geistcrj wie dieSonnenblume zum Gestirn des irdischen Tages, und daß si! bewahrtworden vor dem Verderben der Welt. Nur so erklärt sich de Klarheitund durchdringende Schärfe des geistigen Auges für die höhge Wahr-heit, die wir später an Albertus bewundern werden. „Dennnumöglichist, daß eine unreine Seele die geistliche Wissenschaft erlang. Gießtdoch Niemand in ein übelriechendes Gefäß kostbaren Saft, denn eherwürde der köstliche Balsam den Übeln Geruch des Gefäßes «nehmen,als daß er seine Eigenschaft ihm mittheilte ^)."
Nachdem also die glücklichen Jahre des Knabenalters bgclaufenund Albertus zum Jüngling hcrangereift war, mußte über stncn künf-tigen Berus eine Entscheidung getroffen werden. Albertus gußte sicheine bestimmte Laufbahn erwählen. Auf der einen Seite linkten dieWaffen, die seine Ahnen schon ruhmvoll getragen, und derezFührungGlanz, Ehren und Acmtcr versprach, besonders in dieser H bestän-diger Kämpfe im Morgen- und Abendlande, wo die Krcujüge demkühnen Ritter vielfältigen Anlaß zu Heldenthaten, zur Gewiiung vonRuhm und Beute gaben, wo aber auch das nahe schwäbisch Kaiser-haus, in dessen Diensten der Vater stand, auf dem Höhcpuste seinesGlanzes leuchtete und in unablässigen Krieg verwickelt war.^ Aus derandern Seite aber lockte die Wissenschaft mit ihren unsäglicha Reizenseine jugendliche Seele an. Albert wählte das Letztere. Esshicn ihmohne Zweifel der friedliche, gerechte, erbauende Dienst der si^seuschastvorzuziehen dem verwirrenden Getöse der Waffen und dcj nur zuhäufig ungerechten, verwüstenden und verfluchten Triumphen dejkricgcrs.
1) Er ist mit Cicero so vertraut, daß er öfters von ihm mit m Worten
spricht: Anilins noster.
2) So Rudolph. Jammy bemerkt, Albert habe damals schon zmist geliebt:Betrachtung, aufmerksames Nachdenken und Selbstgespräch.
3) St. Anselm im Buch: äe spiritual! scient. eap. 5-