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Kapitel I.
lichen Hofbeamten Z bezeichnen. Er war also wahrscheinlich ein Mit-glied des niederen Adels, ein Ministeriale, der in der Stadt dieRechte seines Herrn, des Kaisers ans dem nahen Hause der Hohen-staufen, zu vertreten Haltes. Daß die Familie auch mit äußern Glücks-gütern reich ansgestattet gewesen, fügen die alten Berichte ausdrück-lich bei 3).
Doch erst, als den schon bejahrten Eltern auch ein Isaak zulächelte,sagt der Chronist^), ward die Freude der Familie voll. Dieser Sohnwar Albertus, von dem in diesem Buche geredet werden soll.
Das Jahr seiner Geburt läßt sich nicht mit Gewißheit angeben,noch weniger der Tag. Doch sprechen die gewichtigsten Zeugnisse da-für, daß Albertus um das Jahr 1193 geboren sei °). Noch bezeichnet
1) Aventin und der in solchen Fragen besonders bewanderte W. Hund sagen:
Albertus Lusvus natlonc in agro Daugiensi clari38imis crepuncliis ex rc§nl>8Lolstaäensidus ortns. lVletrop. 8alist>. p. 136. Die heimischen Berichterstattersind aber in solchen Dingen die sichersten Quellen.
2) Wenn also Albertus in den meisten später» Legenden und Büchern ein Grafvon Bolstadt heißt, so ist diese Angabe ungenau. Wenn Heumann (,4et. xliilol.
III, 756) nach Vives meint, Naguus sei der Name der Familie (Krotus) gewesen, ».
so ist das nur eine Curiosität, aber nicht der Widerlegung werth. Er hieß in KölnAlbert de Grote; das ist nur die plattdeutsche Aussprache, des Namens: der Große.
Vgl. Drwrleil bibl. mell. lat. I, p. 113.
3) Nudolph.
4) Nudolph. Petrus de Prussia meint, schon sein Name sei eine Prophetieseiner Größe gewesen. Denn Xl — aitus, dar — Ion8, Quell, tus — Mus, Weih-rauch!! krussia, Vit. L. Xldcrti, x. 330.
5) Dafür spricht Rudolph: Hatus est circa annum Inearnationis DominilVIOXOIII, Ooeiestino tertio totam ceeiosiam rcgcnto. Cölestin III. regierte aber
von 1292 —1298. Für jene Jahrzahl zeugt auch die Tradition seiner Vaterstadt ^Launigen, da auf dem Hofthurm das Jahr 1193 als Geburtsjahr erscheint. Geradein solchen Fragen können in der Periode des Mittelalters aber nur die localen Nach-richten entscheiden. Dafür ist auch Altamnra, der kritische Qnetif und die CölnerHistoriker scheinen alle so zu stimmen. Die Mehrzahl der späteren Schriftsteller hältaber das Jahr 1205 für des Albertus Geburtsjahr. So Jammy, der Verfasser derVies äes saints u. A., ohne bestimmte Gründe anzuführen. Offenbar ist diese An-sicht nur eine Hypothese, um die lange Lebensdauer des Albertus, seine lange Studien- ^zeit in Italien und seine großartige Wirksamkeit noch in den letzten Jahren abweisenzu können. Er sollte im Alter von 85 Jahren in Cöln noch docirt haben! Aberdas ist keine Unmöglichkeit. Es gab in jenen Tagen Mehrere, die an Körper- undGeisteskraft Niesen blieben bis zum letzten Augenblick. So bestieg jener Papst Cö-lestin III. erst mit 82 Jahren den Stuhl Petri, den er mit Ehren eiunahm. Rai-mund von Pennaforte lebte und wirkte bis in das 98ste Jahr.