Im Verlage
der
Th eissing'scheu Buchhandlung in Münster
sind erschienen:
Aer heilige Willibrord, Apostel der Wiederlande. Von
vr. Paul Alberdingk Thym. Erweiterte deutsche Ausgabe. VIIIund 230 S. Gr. 8°. 1863. Geheftet 1 Thlr.
Wir machen in dieser ausführlichen Geschichte des h. Willibrordus,welche der Verfasser als ersten Theil einer.Kssebiectsnis äsr Ltzrk in«1ö dlsäsrlunclon' (Amsterdam 1861) erscheinen ließ, den deutschen Leserneinen sehr wichtigen Beitrag zur Geschichte^ des Christiauisirung der Germanenzugänglich, und dürfen zuversichtlich hoffen, daß dieselbe bei uns die gleichegünstige Aufnahme finden wird, wie sie ihr in Holland und Belgien schonzu Theil wurde. Unter den Männern, welche für die Ausbreitung desChristenthums unter den Germanen aus reiner Gottcsliebe ihr Leben ein-setzten, ist Willibrord einer der bedeutendsten. Sein Leben, bisher nochin vielen Punkten dunkel, ist hier durch die sorgfältigsten Studien undeine umsichtige kritische Prüfung der Quellen möglichst aufgehellt. Dahergeben die zahlreichen Noten ein reiches kritisches Material, während derText eine anschauliche und entsprechende Darstellung der Thatsachen bietet.Der Verfasser, ein begabter Schüler Gfrörer's, hat bei seinen Untersuchun-gen vor Allem das Vcrhältuiß in's Auge gefaßt, in welchem die Missio-nare der Niederlande überhaupt und Willibrord insbesondere zum fränki-schen Hofe standen, und in Folge dessen die unabhängigen Prediger desEvangeliums auf vielfache Hindernisse von Seiten anderer, im Dienste derpipinischen Familie thätigeu Glaubensbolen stießen. Indem er von die-sem Gesichtspunkte aus die Quellen zu verstehen, ihre Angaben gegeneinander abzuwägen und den Zusammenhang der Thatsachen zu ergründensuchte, gelaugte er zu vielfach überraschenden Resultaten. Derselbe Ge-sichtspunkt veranlaßt ihn auch, in der Einleitung die Politik der Pipini-den aus den geheimen Anzeichen, welche über sie zu unserer Kunde gelangtsind, aufzudcckcn, und im Anschluß daran zu erzählen, was vor Willibrord,zur Bekehrung der Friesen geschehen. Und von demselben Gesichtspunkteaus hat er die Wirksamkeit der Männer, welche neben Willibrord thätigwaren, insbesondere der hh. Suidbertns, Lambertus und Wulfram, inseine Erzählung verflochten. Der Uebcrseher, selbst als historischer Forscherlängst bewährt, dem ein revidirtcs Handexemplar des Verfassers zu Ge-bote stand, hat die Anmerkungen noch bereichert und werthvolle Anlagenhinzugefügt, von denen eine den wirklichen Todesort der hh. Ewaldenachweist und so diese vielbesprochene Frage zum definitiven Abschlüssebringt.
(Ein ausführliches Referat über vorstehendes Werk findet sich imLiterarischen Handwciser Nr. 13.)