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Der souveraine Orden vom Heiligen Johann von Jerusalem und seine Wiederbelebung
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und Feudalherren übergingen, die nur so lange und wann es ihnengutdünkte, die festgesetzten Responsionen entrichteten; so daß wirganze Länder finden, wie Schottland, Böhmen, Deutschland, welcheoft unter den nichtigsten Vorwänden, oft sogar trotzend auf ihreMacht und die Entfernung, ein halbes Jahrhundert lang in offenerWidersetzlichkeit verharrten, und gar keine Responsionen einsandten.Keine Vorstellungen, keine Drohungen der Großmeister und derKapitel vermochten sie zu ihrer Pflicht zurückzuführen, bis man inZeiten großer Kricgsbedrängniß des Ordens gewöhnlich zn dem letz«ten Mittel seine Zuflucht nahm, indem man den h. Stuhl um Bei-stand anricf, dessen angedrohter Kirchenbann erzwingen mußte,was gewissenlose Habsucht verweigerte. Dazu kam, daß die Inhaberreicher Commenden, und namentlich die Priore in den verschiedenenLändern zu großer äußerer Macht gelangten (der von Heitersheimwurde sogar Neichsfürst mit Sitz und Stimme auf dem Reichstage),und da ihre Interessen Privatinteressen geworden waren, ihre eigenePrivatpolitik verfolgten, die häufig der des Ordens gerade entgegenarbeitete.

Die Gier nach Pfründen, mit allen daraus folgenden Uebeln,wird von nun an ein chronischer Krebsschaden des Ordens, welcherdessen innerstes Leben untergräbt und vergiftet. Allen Leidenschaf-ten waren die Thore des Ordens weit geöffnet. Der Reichthumgab Ansehen, Nacht, Unabhängigkeit; der Reichthnm lud zum Genüsseein, der freilich wenig den heiligen Gelübden entsprach. Es ent-stand innerhalb und außerhalb des Ordens ein wahrer Wettkampfum den Besitz der reichen Pfründen, der mit allen Waffen der Jn-trigne, der Ungerechtigkeit, ja nicht selten mit denen offener Ge-walt geführt wurde. Der Reichthum der Commenden und Priorate,und die Macht, welche dieselben verliehen,, reizte die Begier weltli-cher und geistlicher Fürsten, sich ihre Verleihung anzumaßen, umsich Anhang zu erkaufen und Glieder ihrer Familien oder Günstlingezu dotircn. Sie setzten eigenmächtig, oft mit offener Gewalt, undnach Vertreibung der rechtmäßigen Inhaber, ihre Kreaturen in die-selben ein, und in vielen Fällen sah sich der Orden gcnöthigt, dieseEindringlinge als seine Ordensbrüder anzuerkennen. In andernFällen sehen wir Ordensritter, zum Schaden und zur Schmach desOrdens, sich der Gunst und der Willkür der Fürsten bedienen, umin den Besitz von Pfründen zu gelangen. Umsonst waren Kapitel-beschlüsse, umsonst Protestationen, umsonst ein ganzer Codex über