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5 (1852) Der kleinen Schriften zweiter Theil
Entstehung
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nach dem Tode hier sein könne, so will ich dir Alles vergelten,ich will dich mit sanfter Stille erfüllen, und dich stärken gegendie Liebe; denn sich, wir Mädchen sind recht arm in der Liebe,wenn wir lieben können. Wir sind wie die Blumen, die nimmersagen können, wie cs ihnen ist; wir blicken den Himmel mitschönen Farben an und sterben.

Solchen Worten soll ich Trost geben? solchen Worten? diemein Trost sind du hast recht, Wallpurgis, sage ich, auchich fühle, wie eS sich in meinem Herzen regt, und wie sichmeine Gedanken ausbreitcn in einer andern Welt, auf welchedie Blume nur hinweist, und dann verwelkt. Doch ist meinHerz stolz auf dieses Zcuguiß eines höher» Zusammenhangs,und ich will mich meiner als eines edlern Gedankens erfreuen,wenn mich keiner lieben sollte.

Gestern war sie mit mir im Garten, sie sprach kein Wort,und setzte sich mit mir mitten unter die Blumen. Es warrührend zu sehen, wie sie leise mit den müden Augen über siehinblickte, bei einzelnen sinnend verweilte und keine Thräne inihr Auge kam.

Da ich sie fragte, warum sie so nachdenklich sei, sprach sielange und erklärte mir ihre Gedanken, es war ihr schon oft sobei den Blumen gewesen, und sie gab mir nachher ihr Tagebuch,wo sie folgendes hinein geschrieben hatte:

Ich weiß nicht, woher es kommt, aber es ist wunderbar,was ich Vieles empfinde, wenn ich so über die mancherleiBlumen hinschc. Mein Denken verliert sich dann, in jedemKelch ertrinken einige Begriffe von mir, und ich fühle michleichter als vorher, und willenloser müde. Manchmal sehe ichmeinem Gedanken ordentlich zu, wie er sich auf dem sanftenRande der Lilie kindisch schaukelt; aber bald ängstigt ihn dieWelt um ihn herum, es ist ihm, als wären alle Bäume undBerge, ja Alles, die ganze Erde eine Kette von gebundenen