Gockel, Hinkel und Gackclcia.
In Deutschland in einem wilden Walde, zwischen Geln-hausen und Hanau, lebte ein ehrenfester bejahrter Mann, undder hieß Gockel. Gockel hatte ein Weib, und das hieß Hinkel.Gockel und Hinkel hatten ein Töchterchen, und das hieß Gacke-leia. Ihre Wohnung war in einem wüsten Schloß, woran nichtsauszusetzen war, denn es war nichts darin, aber viel einzusetzen,nämlich Thür und Thor und Fenster. Mit frischer Lust undSonnenschein und allerlei Wetter war es Wohl ausgerüstet,denn das Dach war eingestürzt und die Treppen und Deckenund Böden waren nachgefolgt. Gras und Kraut und Buschund Baum wuchsen aus allen Winkeln, und Vögel, vom Zaun-könig bis zum Storche, nisteten in dem wüsten Haus. Esversuchten zwar einigemal auch Geher, Habichte, Weihen, Falken,Eulen, Raben und solche verdächtige Vögel sich da anzusiedeln,aber Gockel schlug es ihnen rund ab, wenn sie ihm gleichallerlei Braten und Fische als Miethe bezahlen wollten.
Einst aber sprach sein Weib Hinkel: „Mein lieber Gockel,es geht uns sehr knapp, warum willst du die vornehmen Vögelnicht hier wohnen lassen? Wir könnten die Miethe doch wohlbrauchen, du läßt ja das ganze Schloß von allen möglichenVögeln bewohnen, welche dir gar nichts dafür bezahlen." —>Da antwortete Gockel: „O, du unvernünftiges Hinkel, vergißtdu denn ganz und gar, wer wir sind, schickt es sich auch wohlfür Leute unserer Herkunft, von der Miethe solches Raubge-sindels zu leben? — und gesetzt auch, Gott suchte uns mitsolchem Elende heim, daß uns die Verzweiflung zu so unwür-
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