dann sehr. Sie liebt einen jungen Edelmann, der es "auchverdienen soll; aber wer verdient, daß die Jugend um ihnsterbe?
O! es ist ein Jammer, Marie, wie Wallpnrgis aussieht,bleich und abgezehrt, die schönen langen Haare verwirrt unddie herrlichen Augen erloschen. Die Gräfin möchte verrücktwerden vor Kummer. Mir thut es nichts, es ist mir nur fremdzu Muthe, wenn ich es selbst wäre, würde ich noch ruhiger sein.
Das Schrecklichste ist, wenn sie oft plötzlich auflebt und derGedanke an den Tod ihr fürckterlich wird. Sonst weilt sic ofthalbe Tage in einer ruhigen Betrachtung des Todes, und sprichtmit einer schönen Rührung von ihm, so daß man gern sterbenmöchte, wenn es so ist; aber dann faßt sie plötzlich der Gedanke,wie das Leben lächelte, da ihre Liebe noch jung, und er mitihr war. In einer solchen Minute sagte sie jüngst zu mir:
Ach, ich kann doch nicht sterben, so sterben ohne Freude,ohne Liebe, wenn du wüßtest, Annonciata! wie ich meineKinder lieben könnte, wie sie schön sein würden und freundlich,und sich die ganze Welt ihrer freuen müßte — aber das istalles nicht, und ich muß wohl sterben, nicht wahr? Annonciata!
Was soll ich dann sagen? ich, die unbekannt ist mit Lehenund Tod, und mit Liebe — Alles ist schön in einem solchenHerzen Wallpurgis, sage ich dann, nur die Trennung istSchmerz, und alles Erreichte ist Glückseligkeit und Schönheit!
Da erwiedcrt sie:
Schweige, Annonciata, ich werde nichts erreichen, auch überdem Grabe nichts, ich werde auch dort herumgehen, und so fortimmer sterben.
Jüngst sagte sie auch:
Ich quäle dich recht mit meinem Elend, aber wenn dujenen Mann kenntest, du wärest auch so. Gott gebe, daß ich