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5 (1852) Der kleinen Schriften zweiter Theil
Entstehung
Seite
298
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lehrte er auch ein wenig die Colombine zu machen, und siespielten manchmal kleine Scenen aus dem Stegreif, um Josephenzu necken, dessen Liebe er immer hinein zu mischen wußte.Marie gewann manche Reize durch ihn, er lehrte sie tanzen undü I'smore spielen, doch mochte sie ihn nicht leiden, denn er hatteoft im Spiele zu ernste Bewegungen.

Wellner glaubte nun, das sei der rechte Mann für Annon-ciaten, bei ihm werde sie den Tiefsinn schon verlieren undwünschte sehr, sie möge hier sein. Er hatte so eben mit Josephdavon gesprochen, ob man sie nicht rufen sollte, als Marie einenBrief von Annonciatcn brachte.

Annonciata an Marie.

Was machst Du, liebe Marie? mir muß es nicht gutgehen, denn ich frage, was Du machst und weiß cs doch. Dubist glücklich und liebst Josephen, o! schreibe mir doch undfrage, wie mir ist, recht mit Liebe frage, vielleicht wende ichmich dann in mich und erfahre wie mir ist.

Jeder Tag wie der andere; Wallpnrgis geht dem Grabentgegen. Ach sic ist so liebenswürdig in ihrem Sterben, dasLeben will sie nicht lassen, denn sie ist Allem so freundlich. Esist, als stände der Frühling zu Füßen ihres Lagers und wolltesie nicht sterben lassen. Sie ist krank wie ein Weib, und wirdauch so sterbeu, sie fühlt cs und ist ruhig; aber was sie zerreißtist das Leben, denn sie liebt ohne Hoffnung.

Ich erzählte ihr gestern von Dir und Josephen, wie ihr soglücklich seid; sie bat mich dringend darum, und der Arzt will,daß man ihr allen Willen thue. Als ich fertig war, gab siemir die goldene Halsnadel für Joseph und die Ohrringe fürDich, die hierbei liegen; sie nahm beides von sich und weinte