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5 (1852) Der kleinen Schriften zweiter Theil
Entstehung
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jener war ein offener, lustiger Mann und ihm schon durchniehrere Geschäfte bekannt. Er wohnte in dem Haus einesseiner Schuldner als eine Art Execution, da er den Mannnicht zahlbar gefunden hatte.

Eigentlich war er kein bestimmter Kaufmann, sondern bloßder Erbe einer großen aufgelösten Handlung, und reiste, um dieSchulden dieser Handlung cinzutreiben. Joseph entschuldigteseinen Besuch bei ihm durch den Vorwand, daß er ihn umeinige genuesische Kaufleute fragte. Da der Italiener ihmhierüber Auskunft gegeben hatte, begann er, mit vielem Feuerüber sein Vaterland zu sprechen und gerieth in eine langeAuseinandersetzung der Staatsverfassung von Genua, bis esJosephen bange ward, er möge seinem Zwecke heute nicht näherrücken. Der gesprächige Italiener kam endlich auch auf dieWeiber zu sprechen. Er klagte über die unsittliche Sprödigkeitder Deutschen, und sagte:

Ich wollte meinem Hausherrn gern die halbe Schulderlassen, wenn er nur eine weiße Tochter mit schwarzen Augenund Haaren hätte, die ich ein wenig lieben könnte; nun abenist kein Mitleid im ganzen Hause, denn die Tochter hat rotheHaare, und ich muß hier sitzen und unbarmherzig sein.Ihnen geht es wohl besser, mein Freund, denn ich habe jüngstbei Ihnen so im Fluge ein paar hübsche Mädchen bemerkt."

Joseph erzählte ihm von Marien und Annonciaten, undder Italiener versprach, ihn nächstens zu besuchen.

Den folgenden Tag war er schon Morgens bei Wcllner,und Abends er dort. Wellnern gefiel er sehr Wohl, denner hatte ein großes Talent, alte Leute zu unterhalten. Er wardbald der tägliche Besuch, und man freute sich immer recht aufihn. Abends kam er meistens während dem Essen, setzte sichnieder und plauderte, erzählte italienische Comödien, und machtedie Touren des Harlekins, Pantalons und Scaramuz. Marien