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5 (1852) Der kleinen Schriften zweiter Theil
Entstehung
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Als Wellner nach seiner Stube ging und im Begriffewar, zu Bette zu gehen, hörte er seine Töchter, die über ihmwohnten, noch wach sein und im Gespräch. Er war noch ganzvon den Worten, die er in Liebe zu ihnen mit Joseph gewechselthatte, durchdrungen, und setzte sich an das offene Fenster, umihnen znzuhörcn. Die Mädchen, von der schönen Nacht ansFenster gelockt, sprachen vertraulich mit einander, und vonDingen, die ihn sehr rührten.

Wie ist dir?" sagte Marie zu Annonciaten,wenn duso in den stillen Himmel sichst, und den Mondschein"

Liebe Marie, wie mir dann ist, wenn ich dir das so rechtbeschreiben könnte, oder irgend einem Menschen, so wäre ichrecht glücklich; ich denke oft daran, und ich würde dich nichtimmer bitten, mit mir ans Fenster zu treten, wenn mir meineEmpfindung dann klar und deutlich wäre, denn überall kann ichWohl einsam sein, wo mir etwas deutlich ist o! dann kannich immerfort so in mir allein denken, ja Wohl ordentlicheGespräche mit meinen Gedanken halten; aber wenn der Mondin die Stube scheint kann ich nicht ruhen und muß ansFenster hin. Es ist mir, als rufe er mich, ich müsse ihnwieder ansehen, die ganze schöne Nacht spräche mit mir undfrage mich scharf aus; die Antwort aber liegt mir tief imHerzen begraben, und es ist mir oft als müsse mir daS Herzbrechen, damit ich es nur sagen könnte."

Das ist seltsam, da bist du wieder ganz anders als ich,in mir ist es nicht so."

Wie ist dir dann, was möchtest du thun, was möchtest duhaben? Jetzt, da du siehst, daß es draußen ganz anders in derWelt ist, was möchtest du, das auch dich verändere? damit duwieder ruhig würdest und mit der Welt zusammenstimmtest;denn wenn du schläfst, ist es dir doch nur wohl, weil du nichtsvon der Nacht weißt."

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