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5 (1852) Der kleinen Schriften zweiter Theil
Entstehung
Seite
289
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Joseph nicht Hinsehen. Der junge Mann ward oft durch ihreausfallenden Fragen gestört, und als sie ihn in einer solchenVerlegenheit recht von Herzen, wie sie oft Pflegte, guter Joseph!nannte, beleidigte ihn dieses, und er klagte cs Wellnern. Dieserstellte ihr diese Beleidigung recht herzlich vor, und obschon sieihre Unschuld tief empfand, so bat sie ihren Vater doch mit KitternThränen um Vergebung, und versprach Josephen dasselbe zu thun.

Es kostete ihr vielen Schmerz, und Joseph konnte ihrerRührung nicht mehr Einhalt thun, als sie Verzeihung von ihmerflehte, so daß er anfing sie für etwas beschränkt zu halten,da er ihre heftige Ausrufung, wie keine Liebe und keine Freund-lichkeit in der Welt sei! hörte, denn in dieser Opferung ihresStolzes löste sich alles in ihrem Herzen, und indem sie umVerzeihung zu bitten glaubte, beschuldigte sie das ganze Leben.

Nach dieser Scene wendete Joseph sich immer mehr zuMarien, und auch Annonciata kehrte mehr in ihr Herz zurück,obschvn sie edler als er ihn nichts davon empfinden ließ.

An einem vertraulichen Abend war Joseph noch spät aufder Stube Wellner's, und sie sprachen Vieles über die Lage derHandlung, und eine Reise, die Joseph übernehmen müsse, umihr mehr Selbstständigkeit zu geben, und sie den geldsaugendenEommissionärs zu entziehen. Von dieser Unterredung kehrteWellner wie gewöhnlich auf das Schicksal seiner Töchter zurück,Joseph aber schwieg, als habe er etwas auf dem Herzen. DerVater sagte:

Es ist wunderbar, wie kein Geschäft auf Erden unseremLeben, unserer Thätigkcit Freiheit gibt, es mag noch so blühendsein, als es Fleiß und Einsicht machen können. Niemals wirddie schöne Gewohnheit einer bezweckten Thätigkcit hinreichen,und wir kehren auf jedem Punkte, der eine Rundung derAnsicht erlaubt, in unser eigenes armes Herz zurück, undbringen höchstens etwas Zerstreuung oder Stoff zu neuenV. 19