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als Begierde; das Meiste genügte ihr nicht, aber sie konnte esnicht sagen, weil sie die Armuth der Gebenden schonte.
Dieser ganze Zustand war nur Zustand in ihr, denn siekonnte noch nicht überlegen, als sie schon so im Leben stand,und in der Folge meinte sie, es wäre wohl nicht anders, unddieses sei das menschliche Leben. Sie liebte nichts so sehr alsBlumen, und sang recht artig.
Wellner glaubte, ihr stilles und oft heftiges Wesen sei eineFolge eines geschlechtlichheftigen Temperaments, und er wünschtesie daher früh verheirathet zu sehen. Freilich hatte er in seinerMeinung nicht ganz unrecht; aber der gute Mann wußte nicht,welcher große Unterschied zwischen dem sogenannten heftigenTemperament und der von Grund aus reinen Weiblichkeit ist.
Marie war des Vaters Augapfel, denn sie war ruhig undbescheiden, und schien nichts zu wünschen, als was er ihr gebenkonnte. Er hatte sich daher fest entschlossen, sie spät oder nievon sich zu lassen. Da er allein für seine Kinder lebte undalle seine Gedanken nur sorgend für ihr Wohl waren, so durch-dachte er eben so gern seinen Lebenskreis, sich für Marien eineVerbindung zu erfinden, als er viele Stunden überlegte, wie erAnnonciaten glücklicher machen könne, als es die Welt überhauptkonnte.
Joseph, den er in seine Handlung genommen hatte, undder seine Töchter fleißig unterrichtete, ward ihm täglich unent-behrlicher, denn er war eben so sehr fein und speculativ, alstreu und anhänglich, und die Handlung stieg unter seiner Ein-wirkung eben so schnell, als der Vater mit Freuden besondersMarien's Bildung sich entwickeln sah.
Mit Annonciaten war es nicht so, denn lebendige Früchtekönnen in ihrer Gesundheit nur durch die Sonne reifen. Sieermüdete leicht an Joseph's Unterricht, und wo ihre Bildungvor sich ging, im inneren Heiligthume ihres Busens, da konnte