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„Seid ihr nun zufrieden? -Ihr habt selbst Alles mit gehört,und ich habe die Rose gesehen. Wollt ihr jetzt als den Reinstenund Edelsten anerkennen, den Mann, der um der Ehre undTapferkeit willen seine Hausfrau verließ, und der noch mittenim Getümmel des Hofes, bei Klang und Sang, und unter sovielen schönen Weibern mit seinen treuen Gedanken zu Hausebei seinem Weibe verweilt. Seht, wie er hier unten zu meinenFüßen still und ernsthaft sitzt, der stolz aufrecht stehen und euchmit seinen Blicken vernichten könnte!"
Hier verließ Margot ganz ruhig den Saal; denn ermochte sich nicht gerne loben hören. Als er aber wcggegangcnwar, faßten seine Feinde neuen Muth, und Nabon trat lächelndvor den König und sprach: „Großer Dringinwalde, du liebstdiesen Mann über die Maaßcn, und darum wollen wir weiternichts gegen ihn anführcn, allein erlaube uns darum doch,einige Zweifel gegen diese Rose und ihre vorgebliche Wunderkraftzu hegen. Wie, wenn alles dieses nichts als eine Ausfluchtund eitel Erfindung wäre, uns zu hintergehen, indeß er wohlein ganz anderes Geheimnis; bei sich verbirgt. Ich für meinenTheil kann mich dieser Gedanken nicht erwehren und habekeinen Glauben an seine schön geschmückte Rede. So du alsonichts dagegen hast, so laß -unS hinzichen zum Lande Gorenund die Wahrheit zu erforschen suchen: auch sind wir zugleichnicht ungeneigt, eine schwere Wette mit dem Ritter einzugehen,daß, wenn es wirklich mit seiner Rose, diese geheime Beschaffenheithaben sollte, sie doch binnen Monatsfrist verwelkt und entblättertin ihrer Kapsel liegen soll; denn wir möchten gegen die gerühmteTreue seiner Hausfrau nicht mit Unrecht einige Zweifel hegen,da überhaupt in unserer Zeit eine solche unerhörte weiblicheBeständigkeit bei jedem Aufgeklärten nicht anders als einMährchen erscheinen kann. — Hast du daher gegen diese meineRede nichts cinzuwenden, so gib uns deine Einwilligung und