„Will dir mit ein Kleinod geben,
Das dir bürget meine Ehr'."
Und das war die goldne Kapsel;
Einer Zauberin GeschickeHat ein Röslein drin geschaffen,
Das ich immer froh erblicke.
Denn in lieblich rothem SchimmerWelket dieses Nöslcin nimmer,
Wenn an Leib und Ehr' gesundMeine Hausfrau ferne weilet;
Und sie blieb mir ungetheilet,
Treu und rein bis diese Stund.'
Darum geh ich oft alleine,
Singe meiner guten FrauenLiebeslieder und erfreueMich, die Rose zu beschauen!"
Da der brave Ritter sein Lied vollendet hatte, war esganz still unter ihnen geworden; alle Zuhörer sahen vor sich hinund seine Feinde waren besonders sehr beschämt. Margot alleinblickte dem Könige mit Zuversicht in die Angen, als wollte ersagen: „Nicht wahr, lieber Dringinwalde, ich bin gerechtfertigtvor dir!" —- Und der König verstand ihn auch so; denn erstieg vom Thron und küßte den Ritter wie seinen Bruder.Als er in seinem goldenen Harnische so über die purpurnenStufen herunter schritt, stieg die Wuth von Margot's Feindenans das Höchste; aber der König achtete nicht weiter darauf,sondern ergriff die goldene Kapsel bedachtsam, und betrachtete siemit großer Aufmerksamkeit und Verwunderung und nahm daraufseinen Platz wieder ein. Margot saß auf der untersten Stufedes Thrones, stützte den Kopf auf die Hand und sah ganz ruhigvor sich auf den Boden hin, als kümmerte ihn nun weiter nichts.Aber Dringinwalde richtete sich auf und sprach sehr strenge: