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2 (1852) Weltliche Gedichte
Entstehung
Seite
498
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L98

Also dacht ich, da in DämmerungenMich die lieben Bilder rings umgeben,

Und da ist ein Saitenspiel erklungen,

Goldne Töne ernsthaft mich umschweben.Wer hat also kühn den Klang geschwungen?Wer mag also frei die Töne weben?

Aus den Tönen spricht ein heil'ger Wille;Bist du's Nanni, meine ernste, stille?

Liebe Mutter, ja die Stille bin ich,

Aber was da klinget, ist die Liebe;

Und weil sie so lieblich klinget, sinn' ich,

Ob wohl noch ein Ton unklingend bliebe.

Denn mein schweigend Herz liebt Gott so innig.Daß ich Alles gern zu Tönen triebe,

Ach, zu Tönen, die allein unschuldigSagen, was die Lieb' der Liebe schuldig!

Also spricht ihr Spiel, und bricht in HellenFreuden funkelnd aus; und zierlich schlüpfetWie der Frühling von den BlnmenschwellenFanny vor mir hin, und kindisch hüpfetIn des zarten Leibes schönen WellenUnschuld, Anmuth, Muthwill' frei verknüpfet.Und die blonden, seidnen JugendlockenGaukeln um sie, wie des Maies Glocken!