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2 (1852) Weltliche Gedichte
Entstehung
Seite
489
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L89

Wer auf der Erde gleich den Göttern handelt,Dem öffnet sich der hohen Götter Kreis,

Auf Erden sind sie menschlich einst gewandelt,Und waren edel, sinnbegabt und weis',

Zu Göttern hat der Glaube sie verwandelt,Denn Göttlichkeit ist aller Schönheit Preis!So wollte Nhea gern, da du gebeten,

In deiner Heimath Götter Mitte treten!

Zu Schiffe auf der gelben Tiber WogenFührt man Cybelen's Bild von Pessinunt,Schon nahet sich des Segels voller Bogen,

Der Göttin Ankunft eilt von Mund zu Mund:Sie zu empfangen kommt das Volk gezogen,

Doch Plötzlich faßt den Kiel des Flusses Grund,Und wie sich auch der Schiffer Arme regen,

Fest ruht das Schiff und läßt sich nicht bewegen.

Da flehet knieend Claudia am StrandeDer hohen Götter gute Mutter an,

Löst dann den keuschen Gürtel vom Gewände,

Und zu dem Schiffe führet sie der Kahn,

Den Gürtel knüpft sie an des Kieles Rande,

Und gütig folgt Chbele ihrer Bahn.

Stumm sieht das Volk sie durch die Wellen gleiten,Von Reinen lassen Götter gern sich leiten!