O, zieht die Dornen ein, ihr trunknen Rosen,Und streut mit lindem Kosen,
Die duft'gen Blätter und des Thaues Thränen,Die Perlen, die nach ihrem Kuß sich sehnen,Dem süßen Wnnderbilde,
Das wie der Pfeil der ersten LiebeslustSo flüchtig, mild und wildeVorüberzückt, entzückt zur reinen Brust!
Ihr Blumen stehet still, ihr nachzusehen.
Ihr braucht euch nicht zu bücken,
Sie wird mit SehnsuchtsblickenAn euch wie Maies WehenSo süß vorüberzücken;
Und dort du schlanke Lilie
In reinen Kelchen Lichtes Engel tragend,
O bebe nicht so zagend;
Es naht dein süß GespielDie liebliche Ottilie^
Die vor berauschten Bienen auf der Flucht,
Sich deiner Kelche heiliges Asyl
Als ein vertrantes, liebes Bettchcn sucht.
Komm Friede, süßer Friede!
Komm Thau, so lau und lind,
Ottilie ist so müde,
Es schwebt das flücht'ge KindBei dir, o Lilie, nieder,
Und lauscht der Schlummerlieder,
Die ihm die Engel singen.