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2 (1852) Weltliche Gedichte
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Die Rose blüht, wenn alle Vöglein schlafen,Wenn nieder hinter'm Wald die Sonne flieht,Wenn treu der Mond mit seinen WolkenschafenAn deiner Rose Stand' vorübcrzieht;

Zur Stunde als Jmelden's Töne trafenEin liebes Herz durch ein unschuldig Lied,

Da will am Fenster nieder zu dem GartenDie Rose auf die fromme Biene warten.

Die Rose blüht, o fliehe Licht der Sonnen,

O führe Mond die Sternenheerde baldZum stillen vollen goldnen Mondesbronnen,Streu aus den Eichen Schatten, dunkler Wald,lind bleiche, Mond, was Liebe hat gesponnen;Doch mit Musik, die anderswo erschallt,

Mag Amor all die Schmetterlinge irren,

Die lauschend gern die Rose dir umschwirren!

Die Rose blüht, der Zorn ist voll Verderben,Wer, Zorn, gcräth in deine finstre Haft,

Der mordet, martert, tödtet ohne SterbenUnd hat der bittern Hölle Eigenschaft.

O Liebe, wer die Einsicht dürft erwerbenVon deiner Gottes tiefen Wunderkraft;

O Liebe, wer ei,n Tröpflein sich verlöreIn deines Segens Welt umspielendem Meere!