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2 (1852) Weltliche Gedichte
Entstehung
Seite
96
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Än Ottilie.

Ich kann nun fernerhin nichts mehr verlieren,

Denn alle das Vergangne ist verloren,

Und nichts mehr kann vergehen, nichts mehr kommen,Seit ich zum ersten Mal das holde LebenSo gegenwärtig und geliebt empfinde,

Und das, Ottilie, hast du mir gegeben,

Du wolltest, daß die Liebe mich entzünde.

Aus deinen Augen Helle Lichter schweben,

Und alles Dunkel rück- und vorwärts schwinde,

Doch sagtest du, du könntest mich nicht lieben,

Wenn ich das bunte Leben dir beschrieben.

So lasse mich vergessend hier gesunden,

Lass' mich von meinem alten Leben schweigen,

Da du das neue schon mit grünen ZweigenUnd deiner Küsse Liebesblüth' umwunden.

Du öffnest mir die kaum vernarbten Wunden,

Und in die Wunden wie in Gräber steigen,

Sollt' deine holde Liebe von mir weichen,

Die cw'ge Freude und das Licht der Stunden.