N3
An den Mond.
Sieh, dort kommt der sanfte Freund gegangen.Leise, um die Menschen nicht zu wecken;
Kleine Wölkchen küssen ihm die Wangen,
Und die schwarze Nacht muß sich verstecken.Nur alleinWer mit Pein
Liebt, den kühlet sein lieblicher Schein!
Freundlich küsset er die stillen BhränenVon der Liebe schwermuthsvollen Blicken,
Stillt im Busen alles bange Sehnen,
Alles Leiden weiß er zu erquicken.
Liebe eint,
Wenn erscheint
Unvermuthet die Freundin dem Freund!
Auch mich kleinen Knaben siehst du gerne,Kommst mit deinen Strahlen recht geschwinde,Mir zu leuchten aus der blauen Ferne,
Wenn ich Tilien's seidne Locken winde.Zuzusehn,
Bis wir gehn,
Wenn die kühleren Nachtwinde Wehn!