78
lind säet Thränen drüber aus;
Da ruft das Schloß: „O weich hinaus,
Du führtest einst 'neu Gast mir zu,
Der mir hinaustrug meine Ruh'."
Der Jüngling sprach: „O weh, o weh,
Sie fluchen mir, wo ich auch geh,"
Zum Lustgarten zog er hinaus;
Doch Plötzlich fasset ihn ein Graus,
Er sprach: „Komm, gehn wir an der Mauer,Beim Dom herum, der alt DessauerMöcht mich sonst wieder hart anschuarcheu,
Ach Gott, 's ist ihm nicht zu verargen.
Und als wir an den Dom hinkamen,
Ein dumpfes Tönen wir vernahmen,
Und vor der Thüre höchsten Stufen,
Da wurden wir so angernfen:
„Wer seid ihr, daß mein bitt'rer SchmerzNoch mehr erbittert mir im Herz?
Da du Unseliger hier nahst,
Ein Sturmwind durch die Pappeln ras't,
Die Nacht wird kalt, das Laub fällt abUnd alle Lust bringst du zu Grab;
O, flieh von hier, ehr' diesen Ort,
Dies Thor ist eine Himmelspfort."
So sprach ein Jüngling an dem ThorDes Doms, gehüllt in schwarzen Flor,
Ein Hündlein lag zu seinen FüßenUnd Thränen thät er viel vergießen