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Blitzableiter
der Ausbruch eines leuchtenden Stoffes ist und stillstehend einen Feuerball bildenwürde, erscheint bei seiner schnellen Bewegung nicht leicht anders als ein Strahl.Man sieht ihn, wie den elektrischen Funken, bisweilen gerade auf den Gegenstandzugehen, bisweilen aber sich schlangeln und einen Dreizack bilden, nicht selten aberauch von einem Theile der Wolke zum andern überspringen und oft sich in mehreStrahlen zertheilen. Bekanntlich hört das Gewitter auf, wenn sich die Wolkendurch Blitz, oder durch stillen Abzug im Regen, oder auf andre Art entladen haben.Jeder Blitz hat ein Ziel, nach welchem er seine Bahn von der zuerst berührtenStelle an auf dem leichtesten Wege verfolgt. Dieses Ziel ist die feuchte Erde oderdas Wasser. Hat er dieses erreicht, so hören mit einem Mal alle seine gewaltsa- Imen Wirkungen auf, und er theilt sich durch die leitende Feuchtigkeit dem ganzenErdbälle mit. Don der Erde aufwärts fahrende Blitze, welche Einige beobachtethaben, machen darin keinen Unterschied. Leitende Körper sucht der Blitz auf undfolgt ihnen willig und ohne Geräusch; dazwischenliegende nichtleitende durchbrichter mit Gewalt, um wieder zu leitenden zu gelangen. Festere Körper sind allemalbessere Leiter als die Luft, diese sucht er daher auf seiner Bahn zu vermeiden undfahrt aus diesem Grunde nie durch Thüren und Fenster herein, sondern streicht anSäulen, Sparren und Pfosten weg. Metalle sind unstreitig die besten Leiter, diesesucht der Blitz am ersten auf und verlaßt andre Körper, um diese zu ergreifen. Da-her werden Thurmspitzen und andre metallische Hervorragungen so leichtvom Blitzegetroffen. Nächst den Metallen scheint der Blitz Feuchtigkeiten zu lieben, inson-derheit das Wasser. Baume und andre mit Feuchtigkeit angefüllte Gegenstände Ileiten ihn am besten. Bei grünen Bäumen sucht er die saftigsten Stellen aus undfährt z. B. zwischen dem Holze und der Rinde fort. Feuchte Wände, Mauern,Rauch und Dampf locken den Blitz mehr an als trockene. Der Blitz dringt nie inden menschlichen Körper, sondern verletzt nur seine Oberfläche. Was man vonKnochenzersplitterung vom Blitz Erschlagener erzählt, ist gewiß falsch und rührtvon andern Umständen her. Nicht Verbrennung, sondern heftige Erschütterung,besonders des Gehirns und überhaupt des Nervensystems, verursacht wahrscheinlichden Tod. In der Nähe des Blitzes befindliche Personen werden betäubt. Nichtselten sind vom Blitz Getroffene wiederhergestellt worden. Das Barometer zeigtdie Nähe oder Ferne des aufsteigenden Gewitters durch das Steigen und Fallen des >Quecksilbers. Je näher die Gewitterwolken dem Scheitel des Beobachters kom-men, desto mehr steigt das Quecksilber und desto näher rückt die Gefahr, der man,wenn sich viele Leiter an dem Ortb befinden, entfliehen muß. Fällt das Queck-silber, so flieht die Gefahr. Das Läuten der Glocken hält wol kein Vernünftigermehr für ein Vertreibungsmittel der Gewitter, man kann aber auch nicht behaup-ten, daß sie dadurch angelockt würden.— Dgl. die classische Schrift des Reimarus„Vom Blitze" (Hamb. 1778, 2 Bde.); Desselben „Neuere Bemerkungen vomBlitze" (ebend. 1794). Literar. Nachweisung über diesen Gegenstand enthält dieneue Aufl. von Gehler's „Phystkal. Lexikon" (Leipz. 1825,1. Bd.). >
Blitzableiter, Wetterableiter, ist eine Vorrichtung, durch welche !entweder die Elektricität der Wolken, als die Ursache des Blitzes, ohne Schlag zur 'Erde geführt, oder der entstehende Blitz aufgefangen und auf einem bestimmten jWege, ohne Schaden der Gebäude, Schiffe u. s. w. in die Erde oder in das Wasser >geleitet wird. Die Erfindung gehört dem I). Franklin. Bei seinen Versuchen überdie Elektricität bemerkte er, daß, wenn ein zugespitzter Metalldraht an einen elek-tristrtcn Körper gebracht werde, eine solche Spitze diesem seine Elektricität allmalig !und ohne daß dabei Funken erscheinen, entziehe. Da nun die Wetterwolken elektrisch !sind, so glaubte er, daß man ihnen ihre Elektricität (welche den Blitz und das Ein-schlagen verursacht) nehmen könne, wenn man eine zugespitzte Stange von Metall !an den höchsten Theil des Gebäudes befestige und von der Stange einen Draht