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Baizen Bajä
ficht ihres Berufs und ihrer Stellung gegen die zweite Kammer zu erkennen gegeben,welche bei dieser großen Widerspruch erregte. Überhaupt wurde in diesem ersten Land-tage mehr angeregt als erreicht; denn manche laut ausgesprochene Wünsche (Nach-ahmung des englisch - stanz. Gerichtsverfahrens) unterlagen damals noch einer reif-lichen Prüfung. Der Landtagsabschied versprach künftig mehr Erwägung der stän-dischen Antrage, als er unmittelbare Genehmigungen ertheilte; er bezeigte Unzu-friedenheit mit einigen Schritten der zweiten Kammer; aber im Ganzen schloß erden ersten Act dieser neuen Handlung auf eine würdige und beruhigende Weise,sowie sich in den Standen ein Geist echter Opposition, welche nur den gesetzmäßigenGang der Staatsmaschine erhalten, nicht aber ihn hemmen will, als herrschendbewiesen hat. Dies war auch der Fall in den Verhandl. des 2. dänischen Landtagesvon 1822 (vgl. Venturini's „Chronik" d. I.), und auf dem 3. von 1825, dessenVerhandl. R. Freih. von Holzschuher im Ausz. skizzirt hat (Erlang. 1826). Überden 4. Landtag 1828 s. Max Freih. v. Freyberg's (Vorstand des königl. Archivs)„Gesch. der bair. Landstände und ihrer Verhandl." (Sulzb. 1828,1. Bd.) 37.
Baizen, in der Jägersprache, Vogel und andre Thiere mit abgerichtetenRaubvogeln, z. B. Falken, Sperbern, jagen und fangen. Die Hunde, die da-bei zum Aufjagen gebraucht werden, heißen Baiz Hunde.
Bajaderen, in Ostindien junge Mädchen von 10—17 Jahren, welchetanzen, singen und kleine Schauspiele aufführen lernen. Sie stehen unter der Auf-sicht von Matronen, die in allen weiblichen Künsten, namentlich in der Kunst zugefallen, erfahren sind. Diese wählen sich aus den niedrigsten Volksclassen die schön-sten Mädchen von 7—8 Jahren, lassen ihnen, um sie vor den entstellenden Folgender Blattern zu bewahren, dieselben einimpfen, und führen sie dann zu den Kennt-nissen und körperlichen Fertigkeiten ihres nachherigen Standes an, wo ihre Be-mühungen auf nichts Andre« gerichtet sind, als den Reichen und Vornehmen desLandes Unterhaltung und sinnliches Vergnügen zu gewähren. Die Bajaderen sindnach und nach so zum Gegenstand des Luxus geworden, daß sie bei den geringstenFesten erscheinen, um die Gesellschaft mit ihren Künsten zu unterhalten. Hat Einervon den Anwesenden Belieben, die Talente einer Bajadere näher kennen zu lemen,so kostet es ihm nur einen Wink. Für ein Mädchen der besten Art erhält die Ma-trone, der sie angehört, auf einen Abend 100 Rupien oder Gulden, ebenso viel füreine Nacht, außer dem Geschenk für das Mädchen. Nach dem 17. Jahre, wenndie ersten Reize verblüht sind, pflegen die Bajaderen sich in eine Pagode (Götzen-tempel) unter den Schutz der Braminen zu begeben, doch nicht um, wie die Freu-denmädchen in Europa, aus Buhlerinnen Betschwestern zu werden. Sie setzen viel-mehr auch beim Dienst im Tempel ihre vorige Lebensart fort, und was sie durch die-selbe gewinnen, gehört den Braminen, die ihnen Herberge und Unterhalt geben.Übrigens wird dieses Gewerbe in Indien für nichts weniger als unsittlich gehalten.
Bajä. Dieses campanische Brighton (Horaz: Julius in orbs «imis kaji»praeluoet ainoeni«), einst der Ort, wo Alles, was in Nom zur guten Gesell-schaft gehörte, Landhäuser hatte, der Lieblingsaufenthalt der Ambubajen undBalatronen, liegt jetzt verödet, nur durch Trümmer alter Bäder, welche fürTempel ausgegeben werden, und durch Spuren ehemaliger Paläste, die unter denWellen des Meeres sichtbar sind, dem Fremden bemerklich. Seinen Ruhm ver-dankte Bajä den warmen Bädem und seiner Lage am reizendsten Meerbusen, denumkränzende Hügel vor den kältern Winden schützen. „Schon vor den Zeiten derCäsaren", sagt Wieland, zur Erklärung von Horaz's 15. Briefe des 1. Buchs,„war Bajä der Ort, wo die vornehmen Römer sich berechtigt hielten, den Zwangder republikanischen Heuchelei abzulegen und sich ohne Scheu den Ergötzungen undWollüsten hinzugeben, die diesen bezaubernden Ort in so bösen Ruf brachten, daßProper; sein Mädchen nicht schnell genug von dort zurückrufen kann, und Cicero in