Aberii Abgaben 17
werfen. Sie aupern Urfachen, »on betten bag ©d)i<ffal ber SJtenfchen a6f)ängt ;finb ®ott unb bie Statur, unb bctijer gibt eg theilg einen religiöfen, tfyeitg einen tphpfifchen Aberglauben. 33alb aupert ber Aberglaube fid) babutd), bapernatür=[id^e SBirEungen non übernatürlichen Äraften herleitet unb j. 83. eine feltene, mitauffaUenben Äuperungen oerbunbene Äranfijeit bem ©influffe eines böfen ©eifteSjufchreibt, halb baburcf), bap er ©rfdEjcinungen, reelle §ufaUigem>eife auf ein*anber gefolgt ftnb, alg »erfnüpft butdj unfichtbaren 3ufammenl)ang betrachtet, unb5. 33. annimmt, ein Äomet fei ein Unglücf Sbote, weil eg ftcf) j uro ei len jugetragenhat, bap halb nach t>er ©tfcheinung oon Äometen unglücfliehe Seiten eingetretenfinb. ©g ifi unmöglich, alle ©attungen beg Abetglaubeng, roelche bei ben »et*fchiebenen Sölfern gefunben roerben, ju übetfeljen, unb bie traurigen SBirfungenju berechnen, roelche er auf menfehliche SEugenb unb 9Bof)lfahrt gehabt hat. D.
Aberli (Sohcmn Subroig), ein butch feine ©chroeijerprofpecte berühmterSeichner, geb. 1723 ju 9Sintertf)ur. ©eineg Sefjrerg SJteper (eineg mittelmüpigenSEÄalerg) Sanier «erlaffenb, fam er nach Sern, erhielt hier oon Sol). ©rimmguten Unterridjt, unb malte juerft SSilbniffe. Allein feine Steigung für 2anb=fchaftgmalerei gewann bie Sbethanb. ©r ging-1759 mit feinem ©chüler j3inggnach ^arig, unb febjrte, gefehlt unb berounbert, nach Sern jurüdi, roo er 1786fiarb. ©g ift befannt, roelche SJtenge Nachahmer feine colorirten Segnungengefunben hoben ; bennoch hot ihn Äeiner erreicht ober gar übertroffen, etroa £Riet=ter unb SSiebetmann auggenommen, oon welchen ber ©rfiere big 1777 fein ©e*hülfe blieb. ©. A.’g 2ebengbefd)reibung non Stietter im „^eloetifdjen Journalfür Literatur u. Ättnft" (Zürich 1806), unb bag Steujahrgjtücf ber „ZüricherÄünftlergefchichte", 1817.
A b e r ro t % (vesania) bebeutet, je nachbem man eg non Afterroifc, Überroigober S()neroih ableitet, entroeber ein falfcheg, ober übertriebenes, ober burchaugmangelhafteg SBiffen. Sie $auptbebeutung ift aug allen breien jufaminengefe|t;ein falfdjeg, aber eingebilbet höfjereg SBiffen, bei SOtangel an Seurtheitunggfraft.Stimmt manSBifc im gewöhnlichen ©inn, fo bebeutet Aberroifs jene jumUnroifs,ja jum Unfinn übertriebene Abart beffelben. ©ernroi|ige Sichter, bie überallPointen nachjagen, bie nach bem AuffaUenben fjofehen, fallen nur ju oft in biefenSehter. ©ie machen 3ufammenftel(ungen, bie ein gefunber Serjtanb burchaugmifbilligen mup. Saffelbe ift auch beim SBahnroifc ber^all, nur mit bem Umterfd)iebe, baf biefet oon eingebilbeter Ahnlid)feit oerglidjener ©egenftanbe oer=führt roitb, roährenb jener auf eine ungereimte SQSeife Ähnlichkeiten mit Seroupt=fein macht; bap alfo bort bag jfalfche in ber irrigen Sorfiellung oon bem ©egen»ftanbe, hier in bem SÜBifse felbfi liegt. Ser Aberroifs als ©eelenfranfheit betragtet ifi eine unwillkürliche Überfpannung ber Segriffe, houptfachlid) bag Überfmmliehe betreffenb.
Abformen, f. Abgup.
Abgaben, Auflagen, ©teuern. Serfchiebene Stamen, um bie»jenigen Sermögengantheile ju bejeichnen, welche bie Regierung non ben ©taatgsunterthanen ober Anbern, welche ffd) im Sanbe beft'nben unb an beffen SportteilenSheil nehmen, einfobert, um baburd) bie öffentlichen Sebürfniffe ju befireiten.©ie bilben batjer einen S£f>eil beg ©taatgeinfommeng. ©inen anbern Sheil bilbenbie ©infünfte aug ben ©taatggütern (Somainen) unb aug ben ©taatggeroerben(Stegalien), inwiefern leitete blop ©eroerbggeroinnfie gewahren unb nicht alsSJiittel gebraucht roerben, jugleidp Abgaben ju erheben. (©. Somainen unbStegalien.) 5n ben meifien ©taaten, unb ingbefonbete in allen altern, rout=ben bie ©taatgbebürfhiffe »on ©infünften aug Somainen unb Stegalien, bieman, erftere alg ©igentljum, leitete alg S3orred)te ber Stegenten betrachtete, be=dritten, ©oroie aber bie Sebürfniffe beg ©taatg ffd) immer mehr erweiterten/ßono.sßej:. Siebente Aufl. 58b. I. f 2