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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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saß er an einem Tische und sie begannen laut zu singen;der Lehrer wußte sich nicht zu helfen. Da sagte derMathes:

„Hör'einmal, Konstantin, schämst du dich nicht, dubist jetzt Gemeindeschreiber, daß du so Sachen machst?"

„Zch bin für mein Geld da und thu' was ich will,"erwiederte der Studentle, „und Vorlesen gehört nicht in'sWirthshaus."

Ein Murren entstand.

„Still," rief Mathes, „keine Händel, da ist leichtgeholfen. Adlerwirth, ich spring' schnell heim und. hol'Holz, und da machen wir Feuer in die obere Stub'. Werzuhören will, der geht mit 'rauf, und wer nicht will,kann da bleiben."

„Ich hol' schon," sagte Thaddä, der diesen Abend auchgekommen war, und machte sich rasch auf den Weg.

In der obern Stube glühte der Ofen bald, dennThaddä wollte durch Nachschüren um kein Wort kommen;der Mathes setzte sich neben den Lehrer und putzte ihmdas Licht. Der Lehrer las das Goldmacherdorf vonZschokke.

Trotz seines edlen Gehaltes hatte das Buch doch nichtdie Wirkung, die der Lehrer wohl mit Recht erwartethatte; es griff so unmittelbar an das Bauernleben, daßein Jeder seinen Maßstab ohne Scheu an die getroffenenEinrichtungen anlegte.

Es würde zu weit führen, wenn hier alle ausge-sprochenen Urtheile wiederholt werden sollten. Allemal,wenn der Ausdruck vorkam: „Oswald öffnete seinen Mundund sprach," lächelte der Buchmaier, denn dieser Bibeltonmißfiel ihm sehr. Manche Rede ging spurlos vorüber,manche traf aber auch den Nagel auf den Kopf, so daßdie Leute einander ansahen und nickten.

Sonderbar! als zu Ende gelesen war, stellte sich her-aus, daß die meisten Leute für das Dorf gegen denOswald Partei ergriffen hatten. Der Mathes traf zuerstden Grund dieses Widerspruchs, indem er sagte: