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Auerbach's Dorfgeschichten
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und das andere seine Verwandtschaft mit Hedwig und hie-durch mit dem Lehrer darthun wollte. Der Johanneslehatte sonst wenig Freunde im Dorfe, aber über das neueEreigniß freute sich Alles. Jeder kam dem Lehrer entge-gen, gab ihm die -Hand und sagte: Ich wünsch'Glück undSegen; jeder wußte etwas Liebes und Gutes von Hedwigzu erzählen. Männer und Frauen, die sonst vielleicht imLeben nicht dazu gekommen wären, so zutraulich mit demLehrer zu sprechen, standen jetzt bei ihm wie alte Bekannte.Der Mathes kam zu ihm in's Haus, schüttelte ihm wackerdie Hand und sagte:

„Ich war halt doch der wo's prophezeit hat, daß es sogehen wird; wisset Ihr noch? Ihr hättet mir weiß nichtwas schenken mögen, ihr hättet mir kein' größere Freud'machen können. Wenn der alt' Lehrer stirbt, krieget Ihrauch die zwei Aecker, die er in Nutznießung hat; es findgute Aecker und Ihr dürfet mir's nur sagen, ich schaff'Euch gern ein paar Tag d'rauf."

Dem Lehrer that diese Zuthunlichkeit der Leute doppeltwohl, er erkannte ihr gutes Herz daraus und fühlte auchwohl, wie er jetzt weil sicherern Boden gewonnen habe,um in das Leben aller dieser Menschen einzugreifen.

Die Menschen sind es nicht mehr gewohnt, daß manaus allgemeiner Liebe sich ihnen naht, ihnen frei und frohin's Auge schaut, sie zu erquicken, zu erfreuen, zu erhebentrachtet. Sie wurden schon oft betrogen und getäuschtund meinen nun immer: man müsse etwas Besonderes dabeihaben, dahinter müsse etwas stecken: ja, sie erlauben einemnur sie ohne Scheu zu lieben, wenn man mit ihnen bluts-verwandt oder verschwägert ist.

Der Winter kam mit starken Schritten in das Dorf,die Menschen blieben zu Hause und genossen die Früchteihres Fleißes, die sie bei sich eingesammelt hatten; Dre-schen und bisweilen Dünger hinausführen war noch daseinzige Geschäft. Als abgedroschen war, hcrschte Stille imganzen Dorfe. Nur hie und da hörte man einen fremdenHaustrer durch die Gassen rufen: „Spindlo, Weiber Spindlo!"