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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
Seite
439
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aus Allem ziehen. Steh' mir bei, du ewiger Geist undlaß mich nicht denen gleich werden, die an der Schollehasten, bis die Scholle über ihren Sarg rollt; nnd ihr!ihr großen Geister meiner Nation, deren Werke mich hie-her begleitet, stärket mich und laßt mich stets zu eurenFüßen sitzen.

Jeder Acker hat seine Geschichte. Wüßte man dieWandlungen, die ihn aus der einen Hand in die anderegebracht, die Schicksale und Gefühle derer, die ihn bear-beitet; es wäre die Geschichte des Menschengeschlechts, so-wie seine geologische Bildung, tief hinab bis zum Mit-telpunkt der Erde aufgedeckt, die Geschichte des Erdballsaufzeigte.

Alles auf der Welt wird zur Nahrung oder zum son-stigen Verbrauch und Genuß für ein Anderes; nur derMensch eignet sich Alles an, er selber aber steht frei überder Erde, bis sie ihren Mund aufthut und seinen Leichnamverschlingt. Ich bin da auf eigene Weise zu dem trivialenGedanken gelangt, daß der Mensch der Herr der Erde ist;aber nur das ist Wahrheit, eigene Erkenntniß, was wirauf eigenthümliche Weise wiederfinden.

Ich habe einmal gehört und gelesen, daß nur da, wodie Anzahl der nützlichen Hausthiere die-der Menschenübersteige, ein behaglicher und glücklicher Zustand des all-gemeinen Befitzthums sei.

Ist das wohl auch eine geistige Lehre, daß die Zahlder Unvernünftigen die der Vernünftige» übersteigen müsse?

Es wäre schrecklich, wenn es so wäre, und doch . . .

Es ist entschieden, daß die Bildung der Menschheit erstmit dem Ackerbau und durch denselben begonnen hat. Solange die Menschen ihre Nahrung nur suchten, sei es durchJagen, Fischen und dergleichen, standen sie noch fast denThieren gleich. Erst als sie begannen, sich die Nahrung