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Auerbach's Dorfgeschichten
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hat man die Supp versalzen, du wirst nimmehr soschleckig sein. Was meinet ihr, Herr Lehrer?"

Sie haben ganz recht, nur sollten wir auch dasElsaß wieder haben."

Ja, mornemorgen, *) aber die Elsäßer wollen nicht.Wie ich das letzte Mal in Straßburg gewesen bin, hab'ich mich in dje Seel' 'nein geschämt, wie sie mich gefoppthaben, ob wir nicht wieder bald falsch Geld haben, daskein' Heimath hat? Ein rechtschaffener Mann hat mirgesagt: die Beamten von drüben, die wären lieber deutsch,bei uns sind sie am besten bezahlt, sind versorgt aufKinder und Kindeskinder und haben Ruh', aber drübenist das anders; die Beamten machen das nicht aus. Undwenn's Deutsch würd', wer soll's kriegen? Ein Sohnvon dem falschen Sechser? Es ist, glaub' ich, noch Einerda? Oder ein verlegtes hannoverisch Zehnguldenstück?Man thät's aber nicht Einem geben, man thät's ver-schnipfeln; sie haben ja den Ueberrhein in drei Theil ver-schnitzelt, damit man's auch recht weiß, daß er deutsch ist."

Der Lehrer saß in stummem Erstaunen nach dieserRede des Buchmaier's, da begann ein starker, wohlbeleib-ter Mann, dessen städtische Kleidung und eigenthümlicheRedeweise den Juden nicht verkennen ließ:

Ja, und die vielen Juden im Elsaß ließen sich ehermassakriren, ehe sie deutsch werden thäten; drüben sindsie vollkommen gleich mit den christlichen Bürgern; wir,wir bezahlen alle Steuern gleich, werden Soldaten wiedie Christen und haben doch nur die halben Rechte."

Hast recht, Mendle, kriegst aber nicht recht," erwie-derte der Buchmaier.

Eine Pause entstand, nach welcher der Buchmaiepwiederum begann:

Herr Lehrer, was haltet ihr von den Thierguäler-vereinen? Kann man mir befehlen, wie ich mit meinemEigenthum umzugehen hab'. Darf man mich dafür strafen?"

') Morgcnsrüh, morn heißt immer so viel als am andern Tag.