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Florian erhob sich und ging durch das Dorf mit demsteten Rufe: „Scherrrre schleife aus Parrrrris!" Friederleaber ging von Haus zu Haus um Arbeit zu holen, erversprach den besten Pariser Schliff. In der That warauch Florian ein Meister in seinem neuen Geschäfte.
Den ganzen Nachmittag stand der Petermichel bei derScheerenschleiferfamilie. Er sah dem gewandten Manne,der so schöne Stückchen pfiff, gerne zu, und unterhielt sichauch mit der Frau und den Kindern. Als es Abendwurde, bot er ihnen sogar an, daß sie in seiner Scheuneübernachten könnten. Im ganzen Dorfe sagte man: „dasjüngste Gericht kommt, der geizig' Petermichel ist bravgeworden." Und doch wußten die Leut' noch nicht Alles.Petermichel setzte sich nämlich zu den Leuten in die Scheuneund sagte: „Gebet mir euren Buben da, er soll's gut
bei mir haben. Wie meinet ihr?" Die Eltern saheneinander an und antworteten nicht, er aber fuhr fort:„schlafet einmal drüber, ihr könnet euch bis morgen draufbesinnen."
Florian und Creszenz sprachen viel hin und her inder Nacht und kamen doch zu keinem rechten Entschlüsse.Die Mutter wollte, so wehe es ihr auch that, doch dasKind weggeben, damit es was Rechtes vor sich sehe,ordentlich in die Schule gehen und was lernen könne.
Florian antwortete wenig und betrachtete sein Kind,das vom Monde überschienen sorglos schlief und gar lieb-lich anzusehen war.
„Der wird ein Hauptkerl," sagte er zuletzt, legte sichauf die andere Seite und schlief ebenfalls.
Es mag vielleicht wunderbar erscheinen, daß Peter-michel, der für so geizig gilt, auf einmal so gut wird,daß er ein Landstreicher-Kind annehmen will; es warindeß nicht Alles pure Güte an dem Petermichel. Erwar allein und kinderlos, hatte seine Accker verpachtet undlebte von seinem Gelde. Nun hatten ihn aber die Kinderseines Bruders, seine einzigen Erben, beleidigt, und erwollte ihnen durch die Annahme eines fremden Kindes