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Auerbach's Dorfgeschichten
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an Geld gefunden, er wollte dieß auf dem Horber Marktim Spiele gewonnen haben.

Nächst dem verausgabten durchlöcherten Thaler bildetedas im Hofe des Gestohlenen gefundene Stück Hochzeit-kuchen die Grundlage der Anschuldigung Florians; meh-rere Mädchen hatten zugesehen, als die Braut ihm denLeckerbissen gab.

Florian läugnete Alles, denn:Läugnen gilt bei Würt-temberg," in diesem allbekannten Satze bestand seine ganzeRechtskunde.

Viele Leute im Dorfe, die früher nicht gewagt hätten,etwas Böses von Florian zu denken, berühmten stch jetzt,es schon vor zehn Jahren gesagt zu haben, daß er einNichtsnutz sei, und wärmten allerlei Jugendstreiche auf.

Florian dachte indeß im Gefängnisse auf seine Flucht.In einer Nacht brach er den Ofen ab und schlüpfte durchdas Ofenloch hinaus.

Auf dieselbe Weise, wie er das Verbrechen begangen,sollte er gerettet werden.

Jetzt stand er auf dem Gange, er war verschlossen undes war lebensgefährlich, so hoch aus dem Fenster zu springen.Er gewahrte einen Besen, der an der Wand stand. Schnellentschlossen öffnete er das Fenster, drückte den Besen indie Ecke, wo der Thurm mit dem Nebenhause zusammen-gebaut war, schwang sich auf den Stiel und rutschte sohinab.

Der Nachtwächter hatte ihn wohl bemerkt, aber erbekreuzte sich dreimal und flüchtete die Staffeln hinaus,denn er hatte den leibhaftigen Teufel auf einem Besendurch die Luft reiten gesehen.

Florian war nun frei. Er rannte die Straße hinauf,kroch in ein Gewölbe, das zum Abflusse des jenseitigenBergwaffers dient, grub mit den Händen den Boden auf,fand das Geld und eilte damit durch den Wald.

Während der Gefangenschaft Florians war die Mutterder Kreszenz gestorben. Alle Leute bestürmten nun denSchneiderte, bis er seine Tochter wieder in's Haus aufnahm.