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Da ging plötzlich die Wand aus einander, durch dieTapetenthüre trat die Haushälterin ein und sagte:
„Die Gemeinderäthe und der Schulz sind drüben, ihrsollet gleich 'nüber kommen, Herr Pfarrer."
Florian entsank fast das Messer, der Pfarrer hatte sichhinter die offene Tapetenthür geflüchtet.
„Was ist euer letztes Wort?" fragte Florian nochmals.
„Fort aus meinem Haus, oder ich lass' ihn einstecken,wenn er nicht gleich gutwillig geht."
Florian öffnete still die Thüre und ging zaudernd undschwankenden Schrittes davon, der letzte Ast am Baumeseiner Hoffnung war gebrochen.
Einsam wandelte er dahin durch die Nacht, aber schreck-liche Gedanken begleiteten ihn. Zu den Sternen auf-schauend sagte er einmal:
„Herr Gott im Himmel, hast du denn das gewollt, daßes Menschen geben soll, die ihre Kinder verleugnen müssen,damit sie in's Elend kommen? ... Es geschieht mir aberrecht, warum bin ich nicht bei meinem ersten Gedankengeblieben; er hätt' uns nichts angehen dürfen ...
Traurig und verwirrt war Florian erst am drittenTage wieder in's Dorf zurückgekehrt. Es war ihm aufdem Wege so bange zu Muthe als ginge er einer schwerenStrafe entgegen, als müsse er dort für etwas büßen, unddoch war er sich keines Vergehens bewußt.
Als ihm aber zu Hause einige Zwischenträger berich-teten, daß man während seiner Abwesenheit gesagt hatte,er sei entflohen, da kochte Alles in ihm vor Wuth. Erhatte Alles daran gesetzt, um seine Ehre im Dorfe zuerhalten, und nun sah er seinen ganzen Ruf so wenigstichhaltig, daß man ihn solches beschuldigen konnte.
Eine tiefe Verachtung gegen die Menschen begann inseiner Seele Wurzel zu schlagen.
Am Sonntage, als Florian mit mehreren Anderen vor demAdler stand, kam der Buchmaier das Dorf herauf und sagte:
„Florian! auf ein Wort, geh' ein bisle mit mir, ichhab' dich um einen Rath zu fragen."