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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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Kampf mit ihnen hatten ihn stets umschlungen; jetzt durch-zog ihn wieder die freie Wanderlust, er fand wieder einengroßem Maßstab des Lebens und sagte sich: „Man kannauch anderswo leben, es muß nicht gerade zu Hause imDorfe sein. Ich kann mit meiner Kreszenz glücklich sein,wenn auch der Schmiedjörgli und der Adlerwirth nichtsdavon wissen; aber Respekt müssen sie vor mir haben,nachher geh' ich. Von dem Gang da darf aber keineSterbensseel' was erfahren."

Es war gegen Abend als Florian an seinem Zieleanlangte. Er ging alsbald nach dem Pfarrhause, trafaber Niemanden als die Haushälterin, eine wohlgenährte,stolze Person; sie suchte ihn auf allerlei Weise auszufragen,er aber sagte immer: er müsse mit dem Pfarrer selber reden.Endlich kam dieser, seine zwei halbgeschornen Spitzhundemit Gebell voraus; sie wollten sich nun au Florian machen,er aber blickte sie nur an und sie krochen in eine Ecke.Nicht umsonst sagten die Leute, daß Florian die Hundebannen könnte; die wildesten, wenn er sie nur scharf ansah,wurde» zahm und scheu.

Jetzt aber schlug Florian die Augen nieder, da er denPfarrer gesehen. Es war ein untersetzter, kräftiger Mann,der eine weiße und eine schwarze Halsbinde trug; selbstbis auf die Sommerflecken glich ihm Kreszenz. DemPfarrer kam der scheue Blick Florian's verdächtig vor, erfragte daher nach seinem Begehr.

„Ich muß allein mit euch reden," erwiederte Florian.

Der Pfarrer hieß ihn in seine Studirstube folgen.

Florian übergab den Brief, der Pfarrer las. Florianverfolgte mit scharfem Blicke seine Züge.

„Von wem ist der Brief?" fragte der Pfarrer, „ichkenne die Person nicht."

„Ihr kennet doch die roth' Schneiderin? da hat siedrunter geschrieben und das obere ist von ihrer ältestenTochter. Die roth' .Schneiderin liegt auf dem Todtenbett,sie wird nimmer aufkommen."

„Thut mir leid. Sagt den Leuten einen schönen