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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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sammt dem Anhenker vom Halse, zog ihren silbernen Ringvon der Hanv und reichte es hin.

„Was soll ich damit?" fragte Florian.

„Du sollst's versetzen *) oder verkaufen und den schlech-ten Menschen bezahlen."

Florian umarmte und küßte sie und sagte dann:

„Thu' du's und bezahl' ihn dann, versetz' es nur,kannst dich darauf verlassen ich schaff' dir's wieder."

Kreszenz that wie ihr befohlen und brachte das Messerwieder. Florian untersuchte es genau und fand, daß keinBlut daran gewesen; er freute sich innerlich, daß seinEhrenschmuck nicht mißbraucht worden war.

10 .

Florian sucht Hülfe und nimmt die nicht, die er findet.

„Hör' mal, sagte Florian eines Tages zu Kreszenz,„das Ding' muß ein End' nehmen; in die Fremd gehenkann ich nimmehr, deinetwegen nicht und auch meine Ehr'steht darauf, ich muß es »'ausführen; wie meinst, wennich zu dem Pfarrer ging'? Er muß uns ein paar hun-dert Gulden geben, nachher können wir uns heirathen."

„Du hast ja sonst nichts von ihm wissen wollen."

„Noth frißt Hobelspän," erwiederte Florian. „Willstdu mir ein Briefle an ihn mitgeben und es auch vondeiner Mutter unterschreiben lassen?"

„Wie du willst, du mußt am besten wissen, was zuthun ist, ich thu' was du sagst."

Andern Tages war Florian auf dem Wege zu demPfarrer. Trübe Gedanken gingen ihm durch den Kopf,wenn er sich besann, wohin er ginge; die Frische der Be-wegung erhellte aber seinen Sinn bald wieder. Er warnun seit vielen Wochen fast nicht mehr aus dem Dorfegekommen, die trübseligen, engen Verhältnisse und der

'1 Versetzen -- verpfänden.