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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
Seite
368
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Hungers gestorben, ehe er, wie andere vermögenslose Men-schen, Stein' auf der Straße geschlagen.

Florian wollte nur das thun, was er gerne that, unddas können doch die wenigsten Menschen durchführen.

Es ergab sich indeß bald eine Gelegenheit, wobei FlorianGeld und nach seiner Art hohe Ehre gewann.

Der Hammeltanz war nahe, große Vorbereitungen wur-den dafür getroffen. Der Adlerwirth hatte sich mit Florianund seinen Kameraden wieder ausgesöhnt, denn als Wirthwar er Diplomat genug, um den einmal erlittenen Verlustdurch den Auszug, der Geometer nicht noch durch Ortsfeind-schast zu verdoppeln.

Florian schlachtete nun für Kaspar ein Rind und einSchwein; letzteres auf der Straße, so daß, alle Leute beiihm stehen blieben und dem flinken Burschen zusahen, derin seiner Handwerksthätigkeit in der That ganz herrlichanzuschauen war. Die Muskeln an seinen bloßen Armenwaren so straff und schön, daß man sagen konnte, dieHerrschaft über das Leben der Thiere strotzte darin. Erwetzte das Messer mit drei Strichen auf dem Stahl soscharf, daß er ein flatterndes Haar damit durchschneidenkonnte. Besonders aber als es an das Würstehäckeln ging,stand immer ein großer Kreis von Gaffern um ihn her.Florian häckelte mit zwei Beilen, die er so leicht handhabtewie ein Trommler seine Schlägel; auch pfiff er dabei dieschönsten Ländler und schlug den Takt dazu. Manchmalmachte er sich noch einen besonderen Spaß. Er warf einesder Beile hoch in die Luft, häckelte mit dem andern ununter-brochen fort, schnalzte mit der leeren Hand, fing das Beilam Stiele wieder auf und häckelte dann im Takte weiter.Alles schlug die Hände vor Verwunderung zusammen.

Der alte Metzgerle sammelte sich den Ruhm seinesSohnes als Nachtisch zu dem Kesselfleisch, das er genossen;bei dem Schmiedjörgli hielt er sich wieder besonders langauf: „Ich bin doch ein geschlagener Mann," sagte dieser,