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Auerbach's Dorfgeschichten
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„daß meine Unterthanen mir nicht niehr folgen; da mußich jetzt hocken und muß sehen, wie Alles zu dem Florianhinausrennt und ihm zuguckt. Ich gab' einen Dreibätznerdrum, wenn er da neben mir schlachten that."

„Ja," ergänzte der alte Metzgerle und rieb sich dieHände, „der Hofmetzger in Stuttgart kann's nicht wie meinFlorian. Er hat einmal in Straßburg mit seinen Kame-raden gewettet, er woll' vier Kälber und zwei Säu ganzHerrichten ohne das kleinste Mösle*) an seine Kleider zubringen — und richtig, er hat's fertig bracht, und sein Schurzund sein Hemd war noch grad wie der gefallene Schnee."

Florian hatte nun bei allen Leuten so viel zu thun, daßer Tag und Nacht nicht zur Ruhe kam und am Sonntagdes Hammeltanzes die Morgenkirche verschlief.

Kreszenz hatte dem Geometer eine Zusammenkunft inEgelsthal versprochen, es gelang aber Florian leicht, siedavon abwendig zu machen.

Nach der Mittagskirche war Jubel im ganzen Dorfe.Auf dem Schloßhofe waren Pfähle in einem Kreise aufgesteckt,um die ein Seil gebunden war. In der Mitte des Kreisesstand ein schöner Hammel mit einem rothen Bande geziert,auf einem Tische daneben stand eine blinkende zinnerneSchüssel. Die Musik ging voraus; ein jeder der Burschen,sein Mädchen an der Hand, hintendrein.

An dem Schloßthor war eine Schlaguhr angebracht,und zwar so, daß man sie nicht sehen konnte. Punkt zweibegann der „Freitanz." Die Musik spielte einen Marsch,die Paare gingen in strenger Ordnung um das im Kreiseausgespannte Seil. Ein alterthümlicher Säbel war in einenPfosten gehackt, einer der Burschen nach dem andern zogihn heraus und hackte ihn in den nächstfolgenden Pfosten.Als Florian mit Kreszenz an den Säbel gelangte, stellteer die Waffe aufrecht auf seine unteren Zähne und schritt

*) Mos, so viel als Flecken.

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