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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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erst ein unerwartetes Ereigniß zog wieder die Blicke Allerauf ihn.

Eines Abends stand er mit seinen Kameraden nicht weitvon: Adler, der Schultheiß saß mit dem Geometer auf derBank vor dem Hause. Florian bemerkte, wie sie nach ihmhinschickten, wie der Schultheiß mehrmals mit der Handüber die Oberlippe fuhr, der Geometer unbändig lachte unddabei das Wort Samson aussprach. Florian wußte nicht,was das zu bedeuten habe, es sollte ihm aber bald klarwerden.

Andern Tages wurde er vor den Schultheiß geladen,von dem wir uns erinnern, daß er einst Unteroffizier ge-wesen war; er befahl nun dem Florian, ohne Widerredeseinen „Schnurrwichs" herunter zu machen, da er nie Soldatgewesen und es nur den Soldaten erlaubt sei, Schnurrbärtezu tragen. Florian lachte den Schultheiß aus, woraus diesergewaltig schimpfte, es kam zur Gegenrede, wofür Florianin das Gefängniß wandern mußte.

Es ist ein gefährlich Ding, einen Menschen, der eigent-lich unschuldig ist, in's Gefängniß zu sperren; das stumpftsein Gefühl und seine Scheu ab, für Zeiten, wo er vielleichtschuldig ist.

Als Florian herauskam, mußte er dem gestrengen Be-fehle Folge leisten. Mit einer Wehmuth ohne Gleichenstand er vor dem Spiegel und preßte seine der Haarzierberaubten Lippen zusammen, seine Zähne knarrten und einharter Schwur setzte sich in seiner Seele fest.

Im ganzen Dorfe sprach man von nichts, als von demabgemähten Schnurrbärte Florian's, und jetzt, seitdem ernicht mehr war, lobte ein Jeglicher seine Vorzüge.

Dem Florian war es, als ob seine Haut geschält wäreund als er durch das Dorf ging, beredete ihn ein Jederüber sein verändertes Aussehen.

So weit war es aber schon mit Florian, daß er sichsogar über dieses Aufsehen freute. Wenn nur die Leute