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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
Seite
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sondern auch das Kapital. Die Concurrenz der bereitsansässigen jüdischen Metzger war trotz der GeschicklichkeitFlorian's nicht zn besiegen, denn die Juden verkaufen dasFleisch von den Hintertheilen billiger, da sie nach einerhochwcisen Anordnung der Bibel nur das Fleisch der Vorder-theile essen dürfen.

Ueberhaupt aber ist es auf dem Dorfe fast nicht mög-lich, von einem Handwerke allein ohne Ackerbau zu leben.Zum Ackerbau hatte Florian keine Gelegenheit und nochviel weniger Lust. Er schlachtete nun eine Zeit lang inGemeinschaft mit einem jüdischen Metzger, aber auch dießhörte bald auf.

Nun half Florian den Straßburger Metzgern Ochseneinkaufen. Er verdiente dabei manches schöne Stück Geldund machte auch seinen Vater zu einem ganz glückseligenMenschen. Der alte Mctzgerle konnte wieder Ochsen aus-greifen und schätzen wie in alten Zeiten, er verjüngte sichwieder. Florian war einer der ersten Burschen im DorfeUngeschickterweise verdarb er es aber mit dem Schultheißen.Dieser ließ, als die fremden Händler da waren, den Florianzu sich kommen und wollte seine Ochsen verkaufen. „Siewiegen gut vierzehn Centner," betheuerte der Schultheiß.»Was sie mehr als eilf wiegen, will ich roh fressen,"erwiederte Florian, und das war dumm; denn von diesemAugenblick an war ihm der Schultheiß spinnenfeind.

Deß kümmerte sich aber Florian wenig, er spielte jedenSonntag den. Baronen, kegelte immer am höchsten, und ließwie man sagt, das Garn auf den Boden laufen.

Es ist ein eigen Ding um die Fremdenehre, sie ist garbald aufgezehrt. Ein Ansehen, das man sich errungen hat,weil man eine ungewöhnliche Erscheinung war, hört auf,sobald mau an die Erscheinung gewöhnt ist; sagt man ja,wenn der Regenbogen lang stünde, würde man sich nichtmehr nach ihm umsehen.

So erregte auch Florian kein Aufsehen inr Dorfe mehr,