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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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so lernen wir auch unsere Erdennatur, die wir mit unsherumtragen, beherrschen und lenken; und wie wir des Re-gens und des Sonnenscheins von oben harre», der unserWerk aufgehen und reifen macht, so ist es dein Wille, oHerr! die Gnade über uns auszugießen, auf daß die Saatunseres Geistes gedeihe und unsern Leib heilige. Gib mir,o Herr! einen kleinen Fleck Erde, und ich will ihn sieben-fältig umarbeiten, auf daß die verborgenen Säfte aufschießenin Halme, die sich vor dem Hauch deines Mundes anbe-tend neigen; ich will meine schwieligen Hände lobpreisendzu dir erheben, bis du mich hinaufziehst in das Reich dei-ner Glorie."

„Ich möcht' wohl Pfarrer sein," sagte er ein andermalvor sich hin, „aber nur des Sonntags: so die ganz' Woch'mit nichts als mit unserm Herrgott und von dem leben,was man von ihm weiß, in der Kirche so daheim sein wiein seiner Stüb', da hat man gar keine Kirche und keinenSonntag mehr. Ach, lieber Himmel! wie schön war mir's,wenn ich des Sonntags in die Kirche gekommen bin undhab' „guten Morgen Gott" gesagt: die Sonne hat ganzanders geschienen, die Häuser haben anders ausgesehen, unddie Welt war ganz anders wie an einem Werktag." Jvomochte an Emmerenz gedacht haben, denn er sagte weiter:„das lutherisch Pfarrleben gefällt mir auch nicht. Von demPredigen eine Frau und einen Haufen voll Kinder ernäh-ren, nein! nein!" Dann kamen wieder leise die theologischenBedenken, und er sagte einmal: die Theologie verdirbt dieReligion, was braucht's da viel? Liebe Gott, liebe deinenNächsten. Punktum."

So erzitterte und erbebte das ganze Wesen Jvo's. DerGedanke an Emmerenz jagte ihm oft Fiebergluthen in dasAntlitz, und dann überrieselte ihn wieder Eiseskälte, wenner an sein Schicksal dachte.

Jvo dachte nun viel darüber nach, wie er seinen Elternseinen unabänderlichen Entschluß, aus dem Kloster zu treten,