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Auerbach's Dorfgeschichten
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mittheilen wolle; es war schwer, ihnen klar zu machen, daßer keinen rechten Beruf zum Geistlichen und auch den vollenGlauben nicht in sich suhle. Da kam plötzlich ein Bote ausNordstetten mit einem Briefe vom Schultheiß an den Direc-tor, der den Wunsch enthielt, Jvo einige Tage nach Hausezu entlassen, da seine Mutter eine schwere chirurgische Ope-ration nur in seinem Beisein bestehen wolle.

Von Angst gejagt, eilte Jvo mit dem Boten nach Hause.Er erfuhr, daß seine Mutter schon vor längerer Zeit, beimFallen von der Treppe einen Arm gebrochen, daß sie abernicht darauf geachtet, und nun, als es schlimmer gewordensei, der Arm noch einmal gebrochen und wieder eingerichtetwerden müsse, sonst müßte sie sterben; nur ihrer Kinderwegen, für die sie sich erhalten müsse, wollte sie sich derschmerzlichen Operation unterziehen.

Es durchschnitt Jvo die Seele, daß der Bote immer vonseiner Mutter sprach, wie wenn sie schon gestorben wäre,oder sicherlich „nicht mehr davon käme." „Es war dierechtschaffenste Frau so weit man kocht," war der steteSchluß seiner Reden.

Das Wiedersehen von Mutter und Sohn war herz-ergreifend, und die Mutter sagte: „So, jetzt kann ich Allesbesser aushalten, wenn du da bist."

Andern Tages kam der Chirurgus, er wollte, daß mander Frau die Augen verbinde sie aber sagte: „Nein, rucketdas Bett in die Mitte des Zimmers, so daß ich den Hei-land sehen kann, und ihr werdet's erfahren, ich werd' nichtzucken und keinen Laut geben." — Nach vielem Einredenund Widerstreben wurde ihr willfahrt. In der einen Hand,an ihrem kranken Arme, hielt sie den Rosenkranz, mit derandern hielt sie die Hand ihres Sohnes fest, ihr Auge warstarr nach dem Crucifix gerichtet, und sie sagte: „Lieber

Heiland! Du hast die höchsten Schmerzen mit göttlichemLächeln ertragen, lieber Heiland gib mir Kraft, halte michfest, wenn ich zittern will, und wenn die Schwerter mir