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Auerbach's Dorfgeschichten
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Jvo stand verwundert da, das war noch eine andereAntwort.

Dadurch, daß Jvo sich so innig an Nazi anschloß,hatte er unter seinen Altersgenossen eigentlich keinen Kame-raden; dafür betrachtete ihn aber auch Nazi wie seinenVertrauten und wenn er ihn liebkoste, sagte er: „du gutealte Seele!" In besonders gemüthlichen Stunden erzählteer ihm dann auch viel von seinem Hellauf, dem Hunde,den er früher als Schäfer gehabt hatte, und der „geschei-ter war als zehn Doctor." „Ich sag dir's," betheuerteNazi, „der Hellauf hat meine verborgensten Gedankenerrathen; wenn er mich nume angesehen hat, hat er gleichgewußt, was ich will. Hast du schon einmal so einenHund genau betrachtet? Die haben oft ein Gesicht, aufdem der Kummer ausgeschüttet liegt, grad wie wenn essagen thät: ich möcht' flennen, weil ich nicht mit dirschwätzen kann. Wenn ich meinen Hellauf so angesehenhab', da hat er gebellt und geheult, und hat dabei dieAugen zugedrückt, daß es mir durch die Seel' gegangenist. Wenn ich ihm nume ein bös Wörtle gegeben hab',hat er den ganzen Tag keinen Bissen gefressen, es warein Thier, es war zu gut für diese Welt."

„Kommen die Hund' auch in Himmel?" fragte Jvo.

„Ich weiß nicht, es steht nichts davon geschrieben,"erwiederte Nazi. —

Besondere Freude machte es dann Nazi, daß auch Jvoeine so innige Liebe zu den Thieren hatte; denn ganz alteeinsame Leute oder Kinder, die beide mit ihrer Liebe nichtrecht wissen wohin, wenden ihre Neigung den Thieren zu.Diese machen keine Ansprüche, man hat wenig Pflichtenfür sie, und besonders erfährt man von ihnen nie Wider-spruch, welchen sowohl die alten als die jungen Kindernicht leiden mögen.

„So eine Sau ist doch ein arm's Thicrle," sagte Jvoeinmal, „die ist doch nur aus der Welt, um gemetzgetzu werden; die anderen Thiere kann man doch auch nochlebig gebrauchen." Nazi nickte vergnügt mit dem Kopfe.

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