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Auerbach's Dorfgeschichten
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Nach einer Weile sagte er: „Es kann wohl sein, daßdessenthalben auch so eine Sau am ärgsten schreit undheult, wenn man's metzget."

Durch mancherlei Fragen, Bemerkungen und Reden galtJvo im ganzen Dorfe als ein „unterhaltsamer, aufgeweckterBub," Niemand ahnte seinen Wecker. Der Schullehreraber war unzufrieden mit ihm, weil er nie, wie es dieSchulordnung verlangt, ruhig nach Hause ging, sondernstets tollte und schrie wie besessen. Die armen Kinder!sie müssen Stunden lang in sich zusammengepreßt sitzen,wenn es dann endlich fortgeht, können sie nicht anders,sie müssen sich aufrütteln und frei in die Luft hinein jubeln.Darum ist es oft um eilf Uhr, als ob das wilde Heer käme.

Niemand zweifelte, daß der Jvo einst ein tüchtigerPfarrer würde, er war sonst fromm und gesittet. DerValentin berühmte sich einst im Adler, sein Jvo werdedes Hansjörg's Peter und des Johannesle's Konstantinnoch weit überholen.

Dazu hatte es indeß noch Zeit.

3 .

Kinderliebe.

Neben Valentin wohnte des Schackerle's Michel, einarmer Mann, der bloß an Kindern reich war, wovondas jüngste Emmerenz hieß; die Zimmermännin war dessenPathin, und die Emmerenz war nun fast den ganzenTag bei ihr im Hause, sie aß und trank dort und schliefnur bei ihren Eltern. Emmerenz war fast gerade so altals Jvo, und die beiden Kinder waren unzertrennlich.Obgleich Jvo deßhalb von seinen ungalanten Schulkame-raden der „Mädleschmecker" geschimpft wurde, ließ er dochnicht von der Emmerenz. Sie hatten sogar gemeinschaft-lich einen Maunkel, so nennt man nämlich einen Schatzgesammelten Obstes, den man mit dem größten Geheim-niß im Heu versteckt, und der dem Speicher eines Korn-