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Auerbach's Dorfgeschichten
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sich von ihm Alles erzählen. Er erfuhr nun die Feind-schaft der Bruder und Alles was wir bisher erfahren.

Am Samstag darauf wurde der Koanradle, als ermitten im Dorf Steine schlug, auf morgen früh nach derKirche zum Pfarrer vorgeladen. Er glotzte verwundertdrein, die Pfeife ging ihm aus, und fast zwei Sekundenlang blieb der Stein unter seinem mit einem Brette be-sohlten Fuße unzerspalten, er konnte sich gar nicht denken,was es im Psarrhause gebe, er wäre gerne lieber gleichhingegangen.

Den Michel traf die Vorladung, als er gerade einemalten Gaulseine Sonntagsstiefel schmierte," so hieß ernämlich das Aufputzen der Hufe; er pfiff dann die Me-lodie eines unzüchtigen Liedes, hörte aber doch mitten drinauf, denn er wußte wohl, was es morgen geben würde.Er war froh, daß er sich auch noch auf eine tüchtig ge-salzene Gegenpredigt vorbereiten konnte; ein paar Brockendavon murmelte er schon jetzt leise vor sich hin.

Am Sonntag Morgen hielt der Pfarrer eine Predigtüber den Text Psalm 129:Siehe, wie gut und wielieblich ist's, wenn Brüder beisammen sitzen." Er zeigte,wie alles Glück und alle Freude auf Erden halb undnichtig ist, wenn wir es nicht mit denen genießen undtheilen, die unter demselben Mutterherzen wie wir geruht;er zeigte, wie die Eltern diesseits nicht glücklich und jen-seits nicht selig werden können, deren Kinder Haß, Neidund Bosheit trennt; er wies auf das Beispiel von Kainund Abel hin und zeigte wie der Brudermord die erstegiftige Frucht des Sündenfalls war. Alles dieß und nochviel mehr sprach der Pfarrer mit klangvoller, donnernderStimme, so daß die Bauern von ihr sagten:sie drucktdie Wänd' aus einander;" aber freilich ist es oft fast nochleichter, die Wände aus einander zu drücken, als die ver-härtete, verschlossene Brust der Menschen zu offnen. DieBärbel weinte bittere Thränen über die Hartherzigkeit ihrerBruder, und obgleich der Pfarrer zehnmal wiederholte, ermeine nicht diese» oder jenen, sondern jeder möge die