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Der alte Pfarrer war gestorben; er war ein guter Mann,aber er ließ Alles gehen wie es ging. Der neue Pfarrer,der in das Dorf gekommen war, war ein eifriger jungerMann; er wollte Alles in Ordnung bringen, und er brachteauch Vieles zu Stande; bis er endlich in ein offenbaresVerhältniß zu dem Schäpfleswirths Lisle kam, worauf ersich eben auch nicht mehr in die Privatangelegenheiten derLeute mischte, denn man konnte sagen: kehr' du vor deinerThür! Jetzt aber war noch Alles im frischen Schwünge.
Es war an einem Sonntage nach der Mittagskirche,da saßen die Leute bei einander auf dem Bauholz für dasneue Feuerspritzenhaus neben dem Rathhausbrunnen; auchder Michel war mit darunter, er saß gebückt da und kautespielend an einem Strohhalm. Da ging der Peter, derfünfjährige Bub des Schackerle's Hannes vorbei. Einerrief das Kind herbei und sagte in die Tasche greifend:„Guck, Peter, du kriegst ein Häufle*) Nuß, wenn dudem Koanradle nachmachst; wie macht der Koanradle?"Der Bub schüttelte nein und wollte gehen, denn er wargescheit und fürchtete den anwesenden Michel, aber er wurdefestgehalten und fast gezwungen, und endlich machte er dasKnotenschlingen, das Ausziehen und das Zungenausstrecken;es war ein Gelächter, daß man's durch das halbe Dorfhörte. Als nun der Bub die Nüsse wollte, zeigte sich's,daß der Versprecher keine hatte, und neues Gelächter ent-stand, als der Knabe mit den Füßen nach dem Betrügerausschlug.
Der neue Pfarrer war indeß den kleinen Hügel amRathhause herabgekommen; er war stehen geblieben undhatte dem ganzen Handel zugesehen. Als nun der Knabefür seine dringende Forderung noch geprügelt werden sollte,da trat der Pfarrer schnell herzu und riß das Kind weg;alle Bauern standen schnell auf und rissen die Mützenvom Kopfe. Der Pfarrer nahm den Heiligcnpfleger, dermit darunter gewesen war, mit durch das Dorf und ließ
') Vier.