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Auerbach's Dorfgeschichten
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Hand aufs Herz legen und fragen,, ob er die echte Liebegegen die Deinigen hege, so dachte doch eben jeder nur:das geht auf den Michel und den Koanradle, das istbloß für die gemünzt."

Diese beiden standen nicht weit von einander, derMichel kaute an seiner Mütze, die er zwischen den Zähnenhielt, der Koanradle aber hörte mit offenem Munde zu,und als sich einmal die Blicke Beider begegneten, fiel demMicbel die Mütze aus der Hand und er bückte sich schnell.

Das Lied machte einen sanften, beruhigenden Schluß;aber noch ehe die letzten Töne verklungen waren, war derMichel aus der Kirche und stand vor der Thüre des Pfarr-hauses. Sie war noch geschlossen; er ging in den Garten.Lange stand er hier an den Bienenstöcken und sah dememsigen Treiben der Thierchen zu:

Die wissen's nit, daß Sunntig isch,"und er dachte:Du hast auch keinen Sonntag bei deinemHandel, denn du hast auch keinen rechten Werktag," under dachte wieder: wie viel hundert Geschwister in so einemBienenstock bei einander wohnen, und alle arbeite», wiedie Alten; aber er blieb nicht lange bei derlei Gedanken,sondern er nahm sich vor, sich von dem Pfarrer keineTrense aufsetzen zu lassen, und als er nach dem Gottes-acker drüben sah, dachte er an die letzten Worte Koanradle'sund seine Fäuste ballten sich.

Im Pfarrhaus? traf der Michel den Pfarrer und denKoanradle schon in eifrigem Gespräche beisammen; derPfarrer stand aus; er schien den Ankömmling nicht mehrerwartet zu haben. Er bot Michel einen Stuhl an; aufseinen Bruder deutend, erwiederte aber Michel:

Herr Pfarrer, allen Respekt vor Euch, aber ich setz'mich nicht wieder, wo der da ist; Herr Pfarrer, Ihr seiderst kurz im Dorf, Ihr wisset nicht, was der für einLugcnbeutel ist, das ist ein scheinheiliger Duckmäuser, derhat's aber faustdick hinter den Ohren. Alle Kinder machenihm nach," fuhr er zähneknirschend fort,wie geht's deinemMichel?" er machte nun ebenfalls die uns sattsam bekannten