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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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Natürlich sparten die Leute diese Frage nicht sehr, undes war immer ein besonderes Halloh, wenn man denKoanradle zu seiner feststehenden Antwort brachte.

Auch sonst schürten die Leute den Haß der Brüder,nicht gerade immer aus Bosheit, sondern weil es ihnenSpaß machte. Der Michel aber zuckte nur verächtlich dieAchseln, wenn man von demarmen Schelm" sprach.

Nie blieben die Brüder in einer Stube; wenn sie sichnun in dem Wirthshause oder bei ihrer Schwester trafen,ging immer Einer von ihnen fort.

Niemand dachte mehr daran, sie zu versöhnen, undwenn zwei Leute in Feindschaft mit einander waren, hießes sprichwörtlich:Die leben wie der Michel und derKoanradle."

Zu Hause redeten die Beiden kein Wort, wenn sie sichbegegneten, ja sie sahen sich nicht einmal an. Dennoch,wenn Einer merkte, daß der Andere unwohl im Bette lag,ging er den weiten Weg zu der Schwester, die in derFroschgasse wohnte, und sagte:Gang 'nuf, i glaub esischt ihm et reacht;" und dann arbeitete ein jeder vonden Brüdern gewiß leise und ohne Geräusch, um denandern nicht zu stören.

Außer dem Hause aber und unter den Leuten lebtensie in gleichmäßiger Feindschaft, und Niemand dachte daran,daß noch ein Funke von Liebe in ihnen sei.

Das dauerte nun in das vierzehnte Jahr. Dem Michelwar unter dem vielen Hin- und Herhandeln das Geldvon seinen verkauften zwei Aeckern durch die Finger ge-fallen, er wußte nicht wie; der Koanradle aber hatte sichvon einem Auswanderer noch einen neuen Acker gekauftund fast ganz bezahlt. Der Michel gab sich nun meistdamit ab, anderen Leuten beim Handel behülflich zu sein,und er dachte daran, durch den Verkauf eines neuen Ackerssich wieder flott und selbst handelnd zu machen.

Und es kam ein neuer König in Aegypten," diesenVers im zweiten Buch Moses, Kap. 1, V. 9, konntendie Leute im Dorf aus eine eigene Weise auf sich anwenden.