Der Michel war einer der beliebtesten Unterhaltungs-menschen im ganzen Dorfe, denn er konnte Tag und Stachtimmerfort erzählen, so viel Schliche und Streiche wußteer, und er kannte auch Gott und die Welt. Freilich Gottkannte er wenig, obgleich er manchmal in die Kirche ging,denn davon kann sich auf dem Lande Keiner ganz aus-schließen; aber er ging eben in die Kirche, wie gar Viele, ohneetwas dabei zu denken und sein Leben darnach einzurichten.
Der Koanradle hatte auch seine Untugenden, und dazugehörte besonders sein Haß gegen seinen Bruder und dieArt, wie er denselben äußerte. Wenn man ihn fragte:„Wie geht's deinem Michel?" antwortete er immer: „demgeht's noch so;" dabei machte er unter dem Kinn mitbeiden Händen, als ob er einen Knoten schlinge, dannfuhr er nach beiden Seiten aus, und streckte die Zungeheraus. Er wollte, wie leicht erkenntlich, damit sagen:der wird noch gehenkt.