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bat, daß es zu ihm herauf dürfe, um ihn zu erlösen. Ererwachte und hörte wirklich die Stimme Aivle's und dieseines Bruders Christle. Sie hatten ihm das Mittagessengebracht und baten den Gefängnißwärter, ihn in seinemBeisein besuchen zu dürfen, aber es wurde nicht gestattet.
Erst gegen Abend wurde Mathes in das Verhör ge-bracht. Der Oberamtmann redete ihn sogleich mit Duan und schimpfte ihn auf Hochdeutsch eben so, wie gesternder Schultheiß auf Bauerndeutsch. So lange die Gerichts-verhandlungen nicht öffentlich sind, wie sie es zu altenZeiten in Deutschland überall waren, so lange wird einBeamter immer mit einem Angeklagten machen können,was er will; darf er ihn auch nicht mehr auf die Folterspannen oder prügeln lassen, es gibt noch viele andere,oft härtere Mißhandlungen.
Sporenklirrend im Zimmer auf- und nicderschreitend,ein kleines Papicrchen stets rasch zwischen den Fingerndrehend, stellte der Oberamtmann seine Fragen:
„Wo hast Du den Baum gestohlen?"
„Zch weiß von nichts, Herr Oberamtmann."
„Vermaledeiter Spitzbub, du lügst," sagte der Amt-mann rasch, indem er auf Mathes zutrat und den Zipfelseines „Brusttuches" *) faßte.
Mathes zuckte rückwärts zusammen, seine Hand balltesich unwillkührlich zur Faust.
„Ich bin kein Spitzbub," sagte er endlich, „und Ihrmüsset das, was Ihr da gesagt habt, ins Protokoll '»ein-schreiben; ich will sehen, ob ich ein Spitzbub bin. MeinVetter, der Buchmaier, kommt schon wieder heim."
Auf diese Rede kehrte sich der Amtmann um und kniffdie Lippen über einander.
Wäre die Sache des Mathes nur eine bessere gewesen,es hätte dem Amtmann schlecht ergehen können; wohl-weislich aber ließ dieser seine Rede nicht in's Protokollsetzen. Er klingelte und ließ den Soges hereinkommen.
*) Brusttuch, so viel als Zacke.