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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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bange zu Muthe, als ob er ein recht großer Verbrecherwäre, als ob er einen Menschen um's Leben gebracht hätte;er meinte, die Kniee müßten ihm zusammenbrechen, alser die vielen Treppen den Berg hinaufgeführt wurde. Erwurde nun in den Thurm gesperrt, der so zudringlich hochaus dem Berge steht, wie eine Zwingburg, wie ein großersteinerner Zeigefinger, der der ganzen Umgegend zuwinkt:Hütet Euch!"

Die Zeit wurde dem Mathes sterbenslang. Er war,so lange er denken konnte, nie eine Stunde allein ohneArbeit gewesen; was sollt' er nun thun? Er lugte eineWeile durch das doppelt vergitterte Fenster in der sechsSchuh dicken Blauer hinaus, aber er sah nichts als einStückchen blauen Himmel. Auf der Pritsche liegend, spielteer lange mit dem Tannenreis, das er in seiner Taschefand, das war noch ein Ueberrest aus der grünenden Weltdraußen. Er steckte es zwischen eine Bretspalte unddachte fich es als den großen Maibaum, der an des Aivle'sHaus stand, es kam ihm vor, als ob es schon hundertJahre wäre, seit er diesen gesehen hatte. Seufzend fuhrer auf, er schaute wirr umher und stampfte mit den Füßen,er fing nun an, pfeifend die Nadeln an dem Tannenreiszu zählen. Mitten drin aber hörte er auf und betrachtetedas Reis genauer; er sah jetzt, zum ersten Male, wieschön so ein Reis ist; unten waren die Nadeln dunkel-grün und hart, nach der Spitze zu aber waren sie nochso sanft und hellfarbig, so weich wie der Flaum einesVogels, der noch nicht flügge ist, und ganz oben warder kleine Keim mit seinen zierlich über einander gelegtenSchuppen das sollte ein Tannzapfen werden. Besserals Lavendel und Rosmarin roch der frische Harzduft desZweiges. Mathes fuhr sich mit demselben leise und sanftüber das ganze Gesicht und über die geschlossenen Augen;den Zweig in der Hand haltend, schlief er endlich ein.Im Traume war es ihm, als ob er auf einer schwanken-den Tanne festgebannt wäre, so daß er kein Glied rührenkönnte; er hörte die Stimme Aivle's, das den bösen Geist